„Das Rabenmädchen“

von Torill Thorstad Hauger

„Ravna, Rabenmädchen. So nennen die Leute das schwarzhaarige Mädchen, das, gemieden von den Leuten am Wikingerhof, völlig auf sich allein gestellt in der Wildnis lebt; ein Schwarm Raben sind ihre einzigen Gefährten. Doch da ist Sigurd, der Sohn des Wikingerfürsten, mit dem sich Ravna seltsam verbunden fühlt. Aber wer ist Ravna wirklich? Wohin gehört sie? Sie ist eine Auserwählte, so jedenfalls hat es die Wahrsagerin verkündet… Als sie nach vielen Abenteuern als anerkannte Heilkundige an den Wikingerhof zurückkehrt, erfährt sie endlich, wer sie wirklich ist.“

Ravna lebt ganz allein, nachdem sie vom Jarls Hof weggeschickt wurde. Nur die alte Sklavin Kumba und der alte Haarvard kümmern sich um sie. Alle anderen am Jarls Hof fürchten das körperlich eingeschränkte Mädchen mit den rabenschwarzen Haaren. Ravna kann gut für sich selbst sorgen, sie hat gelernt mit Pfeil und Bogen zu schießen und kann aus Kräutern Tinkturen und Salben herstellen, die alle Krankheiten heilen können. Doch das ist ein weiterer Grund, warum sie von anderen Menschen gemieden wird. Sie sei eine Hexe und bringe Unheil mit sich. In Wirklichkeit ist sie jedoch ganz harmlos und gerät dann auch noch in einen uralten Streit zweier verfeindeter Höfe. Zeitgleich fragt sie sich, wo sie herkommt, wer sie eigentlich ist.

Die Geschichte beschreibt die Suche eines jungen außergewöhnlichen Mädchens nach ihrer Identität. Dabei wird die nordische Mythologie mit Geschichte verbunden. Ravnas Geschichte beginnt als sie gerade einmal elf Jahre alt ist und man begleitet sie bis zu einem Alter von circa 15 oder 16 Jahren. Trotz ihres jungen Alters wirkt sie sehr gefasst und selbstbewusst, vertraut auf ihr Können und den wenigen Menschen, die ihr Nahe stehen. Auf mich hat dies einen sympathischen Eindruck gemacht. Durch die Erzählperspektive, mit welcher man Ravna begleitet, und die eher einfachen Sätze habe ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt. Der Handlungsort ist detailliert beschrieben, sodass man sich die Gegend gut vorstellen kann. Die handelnden Personen sind gut ausgearbeitet und folgen ihrem jeweiligen Charakter. Obwohl Aspekte aus der Geschichte mit eingebaut sind, liest sich der Roman mehr als Fantasyroman, da die nordische Mythologie oft Einfluss auf einzelne Handlungselemente hat. Insgesamt war die Geschichte spannend, da man selbst erst gegen Ende des Buches den Gesamtzusammenhang versteht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der etwas über nordische Mythologie lesen und eine selbstbewusste und mutige Protagonistin begleiten möchte. Für mich ist „Das Rabenmädchen“ ein Wohlfühlbuch. Ich gebe 5 von 5 Sternen.

„Das Rabenmädchen“ wurde von Torill Thorstad Hauger geschrieben und erschien am 12.06.2015 im SAGA Egmont Verlag (e-book). Die deutsche Erstausgabe erschien bereits 1992 im Arena Verlag. Das Buch hat 304 Seiten (TB), kostet 4,99 € (e-book) und du kannst es unter der ISBN 978-3401043517 (Gebundenes Buch) finden. Ich habe es als e-book.

„Blutmale“

von Tess Gerritsen; Band 6

Dieser Band kann unabhängig von der Reihe gelesen werden. Allerdings könnten Randbemerkungen zu einzelnen Personen verwirrend sein, da die Protagonisten sich von Buch zu Buch weiterentwickeln. Es stört aber nicht die Handlung. Bitte sei dir dessen bewusst, bevor du zu lesen beginnst.

„Eine junge Frau wird tot aufgefunden, ihr Körper wurde für ein satanisches Ritual missbraucht. Bei der Autopsie entdeckt die Pathologin Maura Isles, dass die abgetrennte Hand der Toten einer anderen Frau gehört haben muss. Noch während Detective Jane Rizzoli nach dieser Leiche sucht, wird eine junge Polizistin aus ihrem Team getötet – und Maura Isles findet an ihrer Haustür bedrohliche Blutmale…“

„Tess Gerritsen gehört zur ersten Liga der crime ladies!“

Süddeutsche Zeitung

Maura Isles wird an Heiligabend zu einem Leichenfund gerufen. Die Leiche wurde brutal zugerichtet und am Tatort wurden Symbole hinterlassen, die auf ein satanisches Ritual hindeuten. Doch was war die eigentliche Intention des Täters, die hinter dem Mord steckt? Jane Rizzoli und Dr. Maura Isles stehen vor einem Rätsel. Währenddessen ist eine junge Frau von Angst getrieben auf der Flucht vor etwas Bösartigem. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit bei dem fieberhaft nach der Verbindung zwischen weiteren Morden gesucht wird. Als dann auch noch eine Gruppe von Zeugen beginnt, sich immer mehr in den Fall und die Polizeiarbeit einzumischen, fragen sich Detective Rizzoli und die Pathologin Dr. Isles, ob das Böse nicht doch unter der Menschheit weilt, immer dazu bereit, zuzuschlagen.

Mythologie und Mystisches trifft auf Thriller. Tess Gerritsen beschreibt die Morde und die Tatorte mit brutaler Genauigkeit. Vor allem die Szenen, in denen die abgetrennten Körperteile beschrieben wurden, musste ich queer lesen. Die waren mir tatsächlich ein wenig zu blutig. Danach ging es nicht mehr so blutig zu, sodass ich jeden Satz und jedes Wort mit einer Tiefe lesen konnte, die es mir leicht machte, vollkommen im Buch zu versinken. Beim Lesen habe ich gar nichts um mich herum mitbekommen. Tess Gerritsen erzählt zwei Geschichten parallel. Eine der Geschichten spielt in der Vergangenheit. Es wird jeweils aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Charaktere sind sehr gut ausarbeitet und sehr individuell. Jane Rizzoli ist sehr selbstbewusst und sagt ihrer Meinung offen. Maura Isles dagegen ist eher verschlossen, vertraut ihre Gedanken jedoch einigen wenigen Personen an, so zum Beispiel Jane. Den Schreibstil empfand ich als angenehm. Ich habe aber gemerkt, dass ich manche Sätze zweimal lesen musste, wenn meine Konzentration ein wenig nachgelassen hat. Ich bin schnell durch das Buch durchgekommen, was durch den flüssigen Schreibstil begünstigt wurde. Das oben genannte Mystische oder auch Mythologische fand sich in der Ausführung bzw. im Hintergrund der Morde. Mithilfe des Mythologischen konnten die Symbole oder auch die Ausführung der Tat erklärt werden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Deshalb gebe ich 4,5 von 5 Sternen.

„Blutmale“ ist der sechste Band der Jane-Rizzoli-Reihe von Tess Gerritsen. Das Taschenbuch erschien 2019 im Blanvalet Verlag, hat 432 Seiten, kostet 10,99€ und du kannst es unter der ISBN 978-3734106729 finden.

„Onyx – Schattenschimmer

von Jennifer L. Armentrout; Band 2

Da dies der zweite Band ist, solltest du zuerst „Obsidian“ lesen, da du dir sonst wichtige Handlungselemente verraten könntest.

„Seit Daemon Katy geheilt hat, sind sie für immer miteinander verbunden. Doch sind sie auch für einander bestimmt? Auf keinen Fall, findet Katy und versucht sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn Daemon ist nun fest entschlossen, sie für sich zu gewinnen. Dann taucht ein neuer Mitschüler auf – und mit ihm eine dunkle Gefahr. Katy weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Was geschah mit Daemons Bruder? Welche Rolle spielt das zwielichtige Verteidigungsministerium? Und wie lange wird sie Daemons enormer Anziehungskraft noch widerstehen können?

Seit Katy weiß, dass Daemon ein Alien und somit nicht von dieser Welt ist, schweben sie und die anderen Aliens immer öfter in Lebensgefahr. Auch weil sie unnatürliche Kräfte entwickelt, wird es für alle immer gefährlicher. Welche Rolle das Verteidigungsministerium dabei in dem Chaos spielt, dass sich um Katy abspielt, ist weder ihr noch Daemon so richtig bewusst. Der neue Mitschüler Blake wirkt im Gegensatz zu vielen anderen um Katy herum, äußerst normal, doch ist Daemons Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt, berechtigt? Wem kann sie noch trauen? Zusätzlich zu der ständig drohenden Lebensgefahr, spielen ihre Gefühle Daemon gegenüber verrückt. Als wenn es nicht schon kompliziert genug wäre…

Mir hat der zweite Band besser gefallen als der erste. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass man die Grundidee kennt und sich jetzt neben der Hass-Liebe zwischen Katy und Daemon auch auf den Aufbau der Grundidee konzentrieren kann, etwas über das geschaffene Universum lernt und versteht, wie alles miteinander in Zusammenhang steht. Die Probleme und Risiken erkennt, aber auch die positiven Seiten des Grundgedanken lieben lernt. Ich konnte mich wesentlich besser in die Geschichte fallen lassen und die Protagonistin Katy bei ihren Abenteuern und Erlebnissen begleiten. Natürlich gibt es aber auch etwas, was mir nicht so gut gefallen hat. So zum Beispiel Katys Sturheit, nicht auf Daemon zu hören, wenn er ihr gesagt hat, dass er sich nicht sicher ist, ob es gefährlich wird, oder man einzelnen Personen trauen sollte. Andererseits kann ich Katy verstehen, die einfach selbst über ihr Leben bestimmen will und eigene Entscheidungen treffen wollte, statt vorgeschrieben zu bekommen, was sie zu tun und zu lassen hat. Negativ fand ich auch, dass sich Daemon ab und zu sehr kindisch verhalten hat, weil er eifersüchtig oder eingeschnappt war. Sein Verhalten, welches über einen längeren Zeitraum andauerte, hat meiner Meinung nach nicht zu seinem von sich selbst überzeugten Charakter gepasst, wie man ihn im ersten Band kennengelernt hat. Ich finde er hätte sich in diesen Situationen anders verhalten müssen. Im Gegensatz zu der Lovestory zwischen Katy und Daemon stehen die spannungsgeladenen Szenen, in denen die beiden entweder herausfinden wollen, was mit Daemons Bruder Dawson geschehen ist, was es mit Katys übernatürlichen Kräften auf sich hat, oder Szenen, in denen sie um ihr Leben kämpfen. Es war eine gute Mischung aus Spannung und Liebe. Und auch Katys Leidenschaft für das Bloggen und Lesen ist in diesem Band nicht zu kurz gekommen, anders als im ersten Band. Ich hatte das Gefühl, dass man in diesem Band Katys Leidenschaft für das Lesen und Bloggen näher erleben konnte. Insgesamt wurde diese mehr in die Geschichte eingebettet. Ich glaube jeder der Bücher liebt, versteht diese Leidenschaft, aber diese als ein Teil eines Charakters in einem Buch zu erleben, ist etwas anderes und ich finde man liest ein solches Buch auf eine andere Art und Weise. Ich beispielsweise hatte den Anspruch, dass einem diese Leidenschaft auch vermittelt wird, was mir wie gesagt im ersten Band gefehlt hat, in diesem Band jedoch ausreichend vorhanden war. „Onyx“ ist für mich ein gelungener zweiter Band und ich freue mich schon, mit dem nächsten Band erneut in die Welt der Aliens abtauchen zu können. Ich bewerte es mit 4 von 5 Sternen.

„Onyx-Schattenschimmer“ ist der zweite Band der „Obsidian“-Reihe von Jennifer L. Armentrout. Das Buch mit der ISBN 978-3-551-31615-8 erschien 2016 im Carlsen Verlag und hat mit Bonusmaterial um die 480 Seiten. Es kostet 14,99€.

Meine Leseliebe…

Es ist bereits ein Jahr her, seit ich diesen Blog begonnen habe. Seitdem ist viel passiert. Eine lästige Pandemie hat sich Anfang 2020 auch in Deutschland ausgebreitet. Ich als Schülerin habe meine ersten Erfahrungen mit „Homeschooling“ gesammelt und während meiner Freizeit, die deutlich mehr Zeit einnahm als vor Corona, viele Dinge über mich lernen können. Aber um diese Dinge soll es gar nicht gehen. Die sind nämlich privat 😉

Mir geht es in diesem etwas anderen Beitrag, anlässlich des einjährigen Blog Geburtstages, dennoch um Bücher. Diesen Beitrag möchte ich meiner Leidenschaft für das Lesen widmen.

Ich habe vor der Grundschule begonnen, mir lesen selbst beizubringen. Damals hatte ich so ein Kinderbuch mit seeeehr großer Schrift und kleinen Bildchen wie zum Beispiel einem Frosch neben dem dann auch das Wort „Frosch“ geschrieben stand, soweit ich mich erinnern kann 🙈. Jedenfalls erzählte dieses Buch verschiedene Geschichten und man hat nebenbei mithilfe von Bildchen das Lesen gelernt.

In der Grundschule fand ich es dann immer schrecklich langweilig, wenn wir lesen geübt haben. Vor allem weil man die Buchstabenkombination „St“ und „Sp“ als „einzelne“ Buchstaben ausgesprochen hat. Viele haben dann statt zum Beispiel „Spinne“ so zu lesen, wie sie es auch sprechen würden, die Buchstaben „S“ und „P“ einzeln gelesen. Das hat mich immer ziemlich genervt. Mit der Zeit wurde dieses Problem jedoch immer geringer und es begann die „Antolin Zeit“. Zuerst begann es mit Kärtchen, auf denen die Eltern unterschreiben mussten, dass man eine gewisse Zeitspanne dem jeweiligen Elternteil etwas vorgelesen hat. Diese wurden gesammelt und man hat dafür bei Antolin Punkte bekommen. Später haben wir dann Quizze zu den gelesenen Büchern ausgefüllt und damit ein Bild erweitert. Ich wurde oft für die vielen Quizze und mein schönes Bild gelobt. Das war aber nicht der Grund, warum ich gelesen habe. Mir haben einfach die Geschichten gefallen. Meine Genre früher: Abenteuergeschichten, Detektivgeschichten, Freundschafts- und Pferdegeschichten.

Dann kam das Gymnasium. Bei der Führung durch das Schulgebäude wurde uns auch die Schulbücherei gezeigt. Eine Zweigstelle der Bücherei der Stadt. Ein Ausweis war schnell gemacht. Dort begann ich meine Genre zu ergänzen, zu erweitern oder ganz zu erneuern und auch mal etwas dickere Bücher zu lesen. Unteranderem fanden verschiedenste Jugendbücher, so zum Beispiel die „Tintenwelttrilogie“ von Cornelia Funke, den Weg in meine Hände. Ende der siebten Klasse habe ich zu Hause in den Ferien meine ersten Erwachsenen Krimis gelesen. Heimlich versteht sich. Ich hatte den ganzen Tag Zeit die Bücher durchzulesen und sie dann heimlich wieder ins Regal zu stellen, als wären sie nie weg gewesen. In der neunten Klasse nahm meine „Inhalation von Büchern“ dann deutlich ab. Ich glaube ich habe nur so 5 Bücher in 1,5 Jahren gelesen. Ich weiß bis jetzt nicht, wie das passieren konnte. So viel anders war die Schule nicht. Ja eine höhere Klasse, mehr Fächer, aber sonst nichts.

Dann kam die zehnte Klasse und Corona. Im Mai oder so habe ich dann BookTube entdeckt. Für die, die nichts damit anfangen können: Im Fall BookTube stellen die Content Creator ihre Bücher vor. Es gibt verschiedene Arten von Videos: Neuerscheinungen, Neuzugänge, Lesemonate, Lesechallenges, Bücherregaltouren, Tags und so weiter. Alles rund ums Buch. Nach ein paar verschiedenen Videos spürte ich plötzlich folgenden Gedanken: „Es wäre voll cool, mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Wie lange habe ich das schon nicht mehr (freiwillig) gemacht?“ Freiwillig deshalb, weil ich von der Schule aus Lektüren lesen musste. Die Videos und die Begeisterung an Büchern hat sich irgendwie auf mich übertragen. Und so habe ich dann schlussendlich mein Bücherregal – das mittlerweile ziemlich viel Zuwachs erhalten hat – angeschaut und mir ein Buch rausgegriffen, dass ich lesen wollte. Ich weiß nicht genau, ob es eines von meinem SuB (SuB= Stapel ungelesener Bücher) war oder eines, das ich schonmal gelesen hatte. Müsste ich nachschauen. Ich ergänze es, wenn ich es gefunden habe. Ergänzung: Das mag jetzt etwas seltsam klingen, aber es war tatsächlich ein Buch, das ich von der Schule aus lesen musste. Hauptsächlich das Lesen, aber auch das Verstehen der Geschichte und das Bearbeiten der gestellten Aufgaben, haben mich daran erinnert, dass ich das gerne tue. Ich musste im Deutschunterricht „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe lesen. Und ich war gar nicht mal schlecht in dieser Unterrichtseinheit. Kurz danach hab ich mir gedacht, jetzt liest du aber mal ein Buch einfach so, aus Spaß am Lesen. Das war dann „Die Träume des Jonathan Jabbok“ von Ralf Isau (Die Rezension dazu gibt hier auf dem Blog).

Jedenfalls habe ich angefangen zu lesen. Gleichzeitig keimte in meinem Kopf auch die Idee, selbst meine Bücher auf irgendeine Art zu besprechen. Rezensionen schreiben fand ich cool, weil beim Sprechen selbst, habe ich immer das Gefühl, ich sage nur dasselbe. Beim Schreiben fällt es mir oft viel viel leichter auch andere Worte zu finden, für das, was ich erklären will. Außerdem war für mich schreiben eine Option, da ich dabei ein wenig mehr anonym bleibe, als wenn ich Videos drehen würde. Sich zeigen und die Stimme verraten und so… Aber das heißt nicht das ich nicht selbstbewusst dafür wäre. Ich habe einfach nicht das Bedürfnis gehabt es mit Videos zu machen. Da ich finde, dass bei einer Buchbesprechung das Buch im Vordergrund steht und nicht die Person, die es vorstellt. Die Idee, Rezensionen zu schreiben, habe ich dann irgendwann mal beim Abendessen erwähnt und bald darauf hatte ich diesen Blog. Womit ich echt nicht gerechnet hätte. Die Idee war noch gar nicht so ausgereift, da konnte ich es einfach schon machen… Danke, Papa noch einmal dafür. Das hat mich echt überrascht!

Kurz und knapp: Ein paar Wochen nach dem ich den Blog hatte und ich alles für mich Wichtige wusste habe ich dann die Entscheidung getroffen, ihn in die Welt des Internets, für alle zugänglich, zu setzen. Am 12.08.2020 erblickte Ka Ga´s Buch Blog das Licht der Welt. Und ich bin immer noch unheimlich stolz und glücklich.

Seit dem der Blog online ist, habe ich unglaublich viele neue Geschichten entdeckt und alte noch mal entdeckt. Der Anblick meines Bücherregals erfreut mich jeden Tag aufs Neue. Ich freue mich immer, neue Geschichten kennenzulernen, sie in meinem Regal stehen zu sehen und meine Gedanken dazu zu teilen. Viele Cover sind ja auch unglaublich schön. Mittlerweile habe ich sogar schon fast eine Art Leseroutine entwickelt, mit der ich ein Buch pro Woche schaffe, wenn nicht gerade der pure Stress angesagt ist.

Ich freue mich immer auf Anregungen und Vorschläge, welche Bücher ich mal lesen sollte, was ich besser machen soll und alles, was dir Leserin oder Leser meines Blogs und der vielen Bücher, die es gibt, noch so rund um das Thema Bücher einfällt. Immer her mit den Ideen 😉

Ich wünsche Dir viele lesereiche Stunden, in denen du wundervolle Welten entdecken kannst.

Deine Katharina

Hier der Link zu Antolin: https://antolin.westermann.de

BookTube: Einfach das Stichwort „booktube“ bei YouTube eingeben, dann werden verschiedene Videos angezeigt. Dann könnt ihr selbst ein wenig suchen. Jeder hat da einen eigenen Geschmack, d.h. ihr müsst einfach ein bisschen suchen, was euch gefällt.

„Schlüssel 17“

von Marc Raabe; Band 1

„In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit dem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt.“

„Marc Raabe gelingt es meisterhaft, immer ganz dicht an seinen Figuren zu bleiben.“

Volker Kutscher

Tom Babylon kennt die grausam zugerichtete Tote. Der Schlüssel stellt zudem die erste feste Spur seit 19 Jahren dar, seine kleine Schwester zu finden, die damals mit einem solchen Schlüssel verschwand. Tom will in diesem Fall unbedingt ermitteln und hofft während der Ermittlungen seine Schwester lebend zu finden. Dabei gerät er jedoch selbst in Gefahr. Nicht nur er selbst und der Täter haben Geheimnisse. Auch bei der Polizei selbst scheint es jemanden zu geben, der eigene Interessen an dem Fall hat. Es beginnt eine tödliche Jagd nach dem Mörder, bevor es noch weitere Tote gibt.

Ich habe das Buch aufgrund der Empfehlung einer sehr guten Freundin gelesen. Und es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Protagonist Tom Babylon ist eigensinnig und nutzt alle Möglichkeiten, die sich ihm bieten seine Schwester zu finden. Dabei handelt er sich oftmals auch Ärger ein. Dennoch steht Tom dahinter und lässt sich nicht einschüchtern. Wenn es um seine Schwester geht, merkt man, wie schwer es ihm auch 19 Jahre später noch fällt, ihr Verschwinden zu akzeptieren. Mit seiner Kollegin der Psychologin Sita Johanns versteht er sich zu Beginn nicht so gut. Die beiden ecken gegenseitig an, bis sie beide akzeptieren, dass jeder seine Geheimnisse hat. Ab diesem Punkt basiert ihre gemeinsame Arbeit immer mehr auf gegenseitigem Vertrauen. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt unter anderem auch in der Vergangenheit. Die zwei Zeitebenen sind das Jahr 2017 und 1998 in Berlin. Schauplätze sind tatsächliche Orte in Berlin, wobei die Handlung fiktiv ist. Gegenwart und Vergangenheit sind durch den Mordfall miteinander verknüpft. Ein Verbrechen der Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart. Thematisch geht es um die DDR und die Vertuschung von bestimmten Ereignissen damals. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Für mich war es am Anfang schwierig in die verschiedenen Erzählperspektiven zu finden, nach ein paar Kapiteln hat sich das aber gelegt. Spannend fand ich die Verknüpfung zwischen dem, was in der Vergangenheit passiert ist und den Auswirkungen, die diese Ereignisse auf die Gegenwart hatten. Marc Raabe ist diese Verbindung sehr gut gelungen. Das Buch endet teils offen, teilweise ist die Story aber auch abgeschlossen. Ich bin gespannt, was mich im zweiten Band, „Zimmer 19“ erwartet. Meine Bewertung für das Buch: 4,5 von 5 Sterne.

„Schlüssel 17“ ist der Auftakt der dreiteiligen Thriller Reihe um Tom Babylon von Marc Raabe. Es erschien 2018 im Ullstein Verlag mit der ISBN 978-3-548-28913-7, hat 512 Seiten und kostet 15€.

Wenn du das Buch gelesen hast, könnte die Website des Autors, www.marcraabe.de, für dich interessant sein.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“

von Alan Bradley; Band 3

Dieser Band kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.

„Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop´s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und kaum hat sich die arme Schaustellerin vom ersten Schreck erholt, wird sie auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Geplagt von Schuldgefühlen, aber auch getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem schlimmen Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des angeblichen Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …“

„Ein echter Lesespaß für Freunde des klassischen Krimis.“

Berliner Kurier

Flavia fühlt sich schuldig, das Zelt der Wahrsagerin Fenella aus Versehen in Brand gesteckt zu haben und bietet der alten Frau ihre Hilfe an. Doch schon bald merkt Flavia, dass hinter dem Anschlag auf die alte Frau mehr stecken muss. Als sie dann auch noch eine Leiche entdeckt, ist Flavias Neugier geweckt und sie beginnt auf ihre eigene Art und Weise zu entwickeln. Währenddessen muss sie sich auch noch gegen die Quälereien ihrer beiden großen Schwestern behaupten. Gar nicht so leicht. Aber für Flavia ist dies ein Kinderspiel.

Mir hat das Buch gut gefallen. Obwohl Flavia ziemlich jung ist, überzeugt sie erneut mit ihrem Humor und ihrer frechen Spürnase, der nichts verborgen bleibt. Mit kindlicher Unschuld kann sie so manche Informationen zusammentragen, die einem Erwachsenen verborgen bleiben. Ihre Liebe für die Chemie hilft ihr oft dabei, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Täter zu entlarven. Neben ihrer detektivischen Aufklärung des Falles erlebt man Flavias Alltag in Bishop´s Lacey und mit ihrer Familie. Sie hat mit den Streichen, die ihre älteren Schwestern ihr spielen, zu kämpfen, ist aber gleichzeitig auch nicht so unschuldig, da sie sich mit eigenen Streichen rächt. Der Schreibstil ist locker und leicht, man hat sich in die Geschichte fallen lassen können, ohne sich beim Lesen sehr konzentrieren zu müssen. Ich habe mich während des Lesens sehr wohlgefühlt. Im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern hat mich dieser Fall jedoch nicht so abgeholt und mitgenommen; dies ist jedoch mein persönliches Empfinden, was nicht bedeuten muss, dass es Dir beim Lesen genauso gehen muss. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sterne.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“ ist der dritte Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Das Buch hat (inklusive Leseprobe des vierten Bandes der Reihe) 368 Seiten und kostet 10,99€. Es erschien 2012 als Taschenbuch im Blanvalet Verlag und hat die ISBN 978-3-442-37950-7.