„Die Hornisse“

von Marc Raabe; Band 3 der „Ein Fall für Tom Babylon“-Reihe

“ „I love you all“, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen mysteriösen Umschlag. Am nächsten Abend wird Galloways ausgeblutete Leiche ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei gefunden. LKA-Ermittler Tom Babylon wird zum Tatort gerufen und fahndet gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns nach der unbekannten Frau. Die Spur führt dreißig Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindsentführung mit dem Decknamen „Hornisse“ – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache. Und das kann Tom Babylon alles kostet, was er liebt.“

Die Leiche Brad Galloways wird verstümmelt gefunden. Die kryptische Nachricht auf seiner nackten Brust „Was zählt das Leben deiner Lieben“ können der Kriminalhauptkommissar Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns noch nicht so richtig deuten. Die Rekonstruktion der letzten Lebensstunden des Toten beginnt und dabei stoßen die Ermittler auf ein Detail, welches das Privatleben Tom Babylons und die zukünftige Ermittlungsarbeit komplett verändert. Tom ist plötzlich Verdächtig und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter. Dabei gerät er jedoch in große tödliche Gefahr.

Wow. Das Buch beginnt aus Sicht der unbekannten Frau und aus der Sicht des Täters. Anschließend folgt der erste Zeitsprung in das Jahr 1989, welche es im Buch, wie bereits in den ersten Bänden, noch öfter geben wird. Das Buch erzählt zwei Ereignisse parallel. Vergangenheit und Gegenwart. Beide Zeitebenen sind miteinander verknüpft. Inwiefern erfährt man erst nach und nach. Der eigentliche Fall, also das Geschehen in der Gegenwart, baut schnell an Handlung auf. Die Geschichte aus der Vergangenheit, die von Toms Mutter erzählt wird, ist so verwirrend wie ergreifend, da die Emotionen der Mutter sehr gut transportiert wurden. Die Verwirrung meinerseits kommt daher, dass ich erst einmal verstehen musste, was ihr eigentlich passiert. Die Verknüpfung zwischen Klappentext, Vergangenheit und Gegenwart sowie Titel des Buches war manchmal einfacher manchmal schwerer. Denn die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen wurde erst gegen Ende des Buches deutlich. Zwischendurch hatte ich zwar hin und wieder das Gefühl, ich hätte den großen Plot erraten, was sich dann aber als Irrtum herausgestellt hat und ich weiterrätseln musste. Die Geschichte hat nach und nach ein Gesamtbild aufgebaut, welches mit der Grundidee stimmig ist und perfekt ausgearbeitet wurde. Ich hatte nie das Gefühl, dass einzelne Handlungselemente nicht zusammenpassen oder das etwas fehlt. Da vor allem Toms Privatleben im Vordergrund stand, gab es dementsprechend viele Szenen, in denen sein kleiner Sohn Phil eine große Rolle gespielt hat. Tom ist noch mehr überfordert, seinen Beruf mit seinem Privatleben in Verbindung zu bringen. Ich will nicht zu viel verraten, aber einige der Stellen haben mir wirklich Herzschmerz bereitet, weil ich die Grausamkeit gegenüber dem kleinen Phil so schlimm fand. Ich war wirklich geschockt. Gleichzeitig hat Phil kindliche Unbeholfenheit und Unschuld diesen Szenen auch ein wenig Humor mitgegeben, sodass ich bei dem ein oder anderen Satz auch ein wenig schmunzeln musste. Der Kleine ist einfach niedlich und verdammt tapfer. Aus den beiden vorherigen Bänden, kennt man Toms Suche nach seiner Schwester Viola. Diese Suche war dieses Mal kein bedeutender Teil der Geschichte, hat aber gegen Ende des Buches eine neue Wendung bekommen, die hoffentlich noch aufgelöst wird. Ein neuer Band ist für das Frühjahr 2022 geplant… Ich will wissen, wie es weitergeht. Neben dem Inhalt gibt es ja aber auch noch den Schreibstil. Der war wirklich gut. Angenehm, flüssig, die Wortwahl hat zur Spannungserzeugung beigetragen und gleichzeitig hatte ich ein Gefühl von Beklemmung. Jeder Charakter hatte seine eigenen Formulierungen und Wortwahl. Selbst die Szenen, in denen der kleine Phil etwas gesagt hat, waren niedlich geschrieben. Ein kleines Kind, das gerade erst Sprechen lernt, benutzt nicht viele Wörter und spricht schwierige Wörter auch nicht korrekt aus. Und das wurde beachtet. Durch dieses Achten auf Details und die Art des Schreibens habe ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt. Die Geschichte spielt in Berlin und Umgebung, wodurch man, wenn man nicht gerade in Berlin und Umgebung wohnt, vielleicht nicht jeden Ort der einzelnen Szenen genau kennt und weiß wie es da aussieht, aber diese wurden meiner Meinung nach gut genug beschrieben. Und wichtige Orte wie das Holocaust-Mahnmal oder das Brandenburger Tor kennt man eben. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Bei „Zimmer 19“ habe ich ja schon gesagt, dass ich mich frage, wie man da noch was obendrauf legen kann… Und ich muss sagen es geht. 😂 Krass. Meine Erwartungen werden von Buch zu Buch höhergeschraubt und können trotzdem erfüllt werden. Auch weil jedes Buch sowas eigenes hat. Wie sieht es dann wohl mit dem geplanten vierten Band aus… Und wieso gibt es für die Bewertung nur eine Skala bis 5 Sterne? Okay, meine Bewertung dürfte klar sein, oder? Ich vergebe natürlich – ich kann nicht anders – 5 von 5 Sterne.

„Die Hornisse“ von Marc Raabe ist der dritte Band der „Tom Babylon“-Reihe. Das Buch erschien im November 2020 im Ullstein Verlag. Es hat 542 Seiten, kostet 14,99 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-86493-151-2 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Paperback (siehe: Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3) – Paperback | ULLSTEIN (ullstein-buchverlage.de)).

„Shelter“

von Ursula Poznanski

„Es ist deine Verschwörung – aber du bist ihr Opfer

Die Idee war völlig verrückt, und sie wären niemals darauf gekommen, wenn die Party nicht so aus dem Ruder gelaufen wäre. Aus einer Katerlaune heraus erfinden Benny und seine Freunde eine irre Geschichte über außerirdische Besucher und verbreiten sie im Internet. Gespannt wartet die Clique ab, was passiert. Zu ihrer eigenen Überraschung nehmen immer mehr Menschen die Sache für bare Münze, und Bennys Versuche, alles aufzuklären, bringen ihn schon bald in Lebensgefahr.

Was, wenn du dir eine völlig absurde Geschichte ausdenkst, sie zum Spaß in die Welt setzt und plötzlich alle daran glauben? Ein schockierender Thriller über einen Streich, der zur verwirrenden Realität wird.“

Benny, Nando, Liv, Till und Darya benötigen eine dringende Ablenkung. Gemeinsam denken sie sich eine total abgedrehte Story aus, erstellen Fake-Profile und verbreiten die Geschichte im Internet. Doch schon bald verselbstständigt sich ihre Verschwörungstheorie. Benny versucht alle Nutzer über den Scherz aufzuklären und zieht somit die Wut der Anhänger der Theorie auf sich. Kann Benny herausfinden wer hinter dem Nutzer Octavio steckt?

Endlich ein neues Buch von Ursula Poznanski. Ich habe zwar noch zwei ungelesene Bücher von ihr auf meinem SuB, aber für die Spooktober-Challenge hat es eben am besten gepasst. Ich habe hohe Erwartungen gehabt und wurde nicht enttäuscht. Gerade wegen der Aktualität des Themas war ich komplett hyped. Verschwörungstheorien gibt es schon lange und in den verschiedensten Formen. Sie begegnen und fast überall. Vor allem im Zeitalter der sozialen Medien, verbreiten sie sich noch schneller. Ursula Poznanski schafft es immer wieder, in ihre Bücher sehr realistische Elemente einfließen zu lassen. Es entsteht Spannung, Action und Abenteuer. Aber auch Freundschaft und ein bisschen Liebe darf nicht fehlen. Benny, der Protagonist, war mir von Anfang an sehr sympathisch, weil er eine verrückte/lustige Ideen hatte, aber gleichzeitig unsicher war, ob man diese Ideen wirklich umsetzen kann. Wenn du das Buch liest, verstehst du bestimmt besser, was ich damit meine. Die Sympathie wurde aber auch durch ein Ereignis in seiner Vergangenheit hergestellt, bei dem man anfangs noch nicht genau weiß, was passiert ist. Man erfährt aber, dass es Benny sehr belastet. Die Belastung wurde durch den Schreibstil gut transportiert, denn dieser war sanft bei den „entspannten“ Szenen und auf der anderen Seite spannend und actiongeladen. Ich habe an meiner Lesegeschwindigkeit merken können, wo es ruhig und wo es spannend ist. Das schafft selten ein Buch. Die Geschichte baut bis circa 2/3 des Buches immer weiter Spannung auf, in diesem Teil wird die ganze Grundidee aufgebaut ausgeschmückt, wobei man gar nicht merkt, wie lang das auf das gesamte Buch gesehen eigentlich ist, bis dann im letzten Drittel der Höhepunkt kommt, in dem viele Wendungen passieren, mit denen ich bis dahin gar nicht gerechnet habe. Ich war auf einer völlig falschen Fährte… Die Geschichte erinnert mich etwas an eine Mischung aus „Erebos“ und „Cryptos“ mit neuen Elementen, was mich völlig fasziniert hat. Ich hab das Buch innerhalb weniger Stunden durch gesuchtet und war überrascht, wie gut alles zusammengepasst hat. Titel, Cover und Grundstory. Alles hat miteinander harmoniert. I´m totally in love. „Shelter“ ist definitiv ein neues Highlight. Aber das sind für mich bis jetzt fast alle Poznanski Bücher gewesen. Angefangen habe ich mit Erebos. Ich bin immer noch dankbar, dass wir das Buch in der Schule gelesen haben, sonst hätte ich diese wundervolle Autorin niemals entdeckt. ❤ Ich glaube nach diesem langen Lob ist es klar, dass ich 5 von 5 Sterne vergebe. 🙈

„Shelter“ von Ursula Poznanski erschien am 13.10.2021 im Loewe-Verlag. Das Buch hat 429 Seiten, kostet 19,95 € [D] und hat die ISBN 978-3-7432-0051-7. Die Angaben beziehen sich auf die Hardcover-Version in meinem Besitz (siehe auch: Shelter: Der neue Spiegel-Bestseller von Ursula Poznanski von Ursula Poznanski | 978-3-7432-0051-7 | Loewe Verlag (loewe-verlag.de)).

Reading Challenge 2022

Diese Challenge besteht aus Aufgaben, die ich auf Booktube und Pinterest gesehen habe, sowie Aufgaben, die ich mir selbst überlegt habe.

  1. Mit Musik Thematik
  2. Am längsten auf meinen SuB
  3. Ein Buch, welches einen Award gewonnen hat.
  4. Eine Neuerscheinung 2022
  5. Ein Buch von meiner TBR Liste
  6. Ein Buch über mental Health/ Selbstoptimierung
  7. Spielt in einem Land, welches ich besuchen möchte
  8. ein Buch mit einem „One word title“
  9. Basierend auf einer wahren Geschichte
  10. Eine Nacherzählung
  11. Ein Buch, welches verfilmt wurde (Film oder Serie)
  12. Buchtitel ist auch ein Songtitel
  13. Ein Autor, der für mich neu ist
  14. Ein Buch, welches ich wegen dem Hype in den sozialen Netzwerken lesen möchte
  15. Eine Biografie
  16. Ein Buch mit einem einfarbigen Cover
  17. Ein Goodreads Choice Awards Winner 2021
  18. Ein Spiegel-Bestseller aus dem Jahr 2021
  19. Ein Genre, welches ich normalerweise nicht lese
  20. Ein Buch in einer anderen Sprache
  21. „If you liked …, read …“
  22. Eine Roadtrip Geschichte

Ende 2022 werde ich in einem Update auf diese Challenge zurückblicken und mitteilen, welche Aufgabe ich durch welches Buch erledigt habe.

Neues Jahr, neue Leseziele

Das (Lese-)Jahr 2021 liegt hinter mir und ich starte in das Lesejahr 2022. Im Dezember gab es hier keine Rezensionen, da mich der Lernstress gepackt hat. Ich habe für mich selbst festgelegt, dass ich die Rezis in dieser Zeit mal weglasse und danach wieder poste. Ab jetzt kommen wieder regelmäßig Blogbeiträge. ❤️

Hier erst einmal eine Analyse des Lesejahres 2021: Ich habe 45 Bücher gelesen. Diese 45 Bücher stellen eine Seitenanzahl von 18 687 Seiten dar. Das kürzeste Buch war „Das Rabenmädchen“ von Torill Thorstad Hauger mit 181 Seiten, das längste Buch war der E-book Schuber von „Pan“ von Sandra Regnier mit 980 Seiten. Die Durchschnittliche Buchlänge liegt bei 415 Seiten und meine durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen. Mein erster Jahresrückblick war „Percy Jackson (5) – Die letzte Göttin“ von Rick Riordan, der letzte Jahresrückblick war „Die 1% Methode – minimale Veränderung, maximale Wirkung“ von James Clear, welches ich am 31.12. noch beenden konnte. Ich war also bis zuletzt fleißig. Im August habe ich mit 9 Büchern die meisten im Jahr 2021 gelesen, im November habe ich nur ein Buch gelesen. Im Durchschnitt habe ich pro Monat 3,75 Bücher gelesen.

Diese ganzen Informationen kannst du auf meinem Goodreadsaccount unter Statistiken ansehen.

Nun zum kommenden Lesejahr. Ich habe mir zusätzlich zu einem Leseziel von 55 Büchern eine Reading Challenge gestellt. Die Aufgaben habe ich aus verschiedenen Booktube-Videos, Pinterest und meinen eigenen Überlegungen zusammengestellt. Wenn dir noch andere Challenges einfallen, die ich vielleicht noch dieses Jahr oder in den nächsten Jahren ausprobieren soll, dann kannst du mir dies gerne mitteilen.