„Vorhang auf für eine Leiche“

von Alan Bradley; Band 4 der „Flavia de Luce“-Reihe

„Klappe die vierte – ein filmreifer Mordfall für Flavia de Luce“

„für die notorisch klamme Familie de Luce tut sich eine unverhoffte Geldquelle auf: Eine Filmcrew will ihr Herrenhaus für Dreharbeiten nutzen. Die Schaulustigen strömen nach Buckshaw, um den Star des Ensembles zu sehen, die berühmte Diva Phyllis Wyvern. Doch dann geschieht das Unfassbare: Eine Leiche wird gefunden – erdrosselt mit einem Filmstreifen. Zu allem Überfluss ist Buckshaw durch einen tosenden Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Der findigen Hobby-Detektivin Flavia ist klar: Der Täter muss sich unter den Gästen befinden…“

Flavia de Luce ist nicht gerade begeistert, dass auf Buckshaw ein Film gedreht werden soll. Da dies allerdings die einzige Geldquelle der de Luce sein könnte und es eh schon beschlossene Sache ist, gibt sich Flavia dem Schicksal hin. Während sie interessiert der Filmcrew zuschaut und einige Darsteller in Gespräche verwickeln kann, plant sie, da Weihnachten vor der Tür steht, dem Weihnachtsmann eine Falle zustellen, um seine Existenz zu überprüfen. Ein Glück, ist Chemie ihre Lieblingswissenschaft. Durch den plötzlichen Leichenfund, ist außerdem Flavias Spürnase gefragt, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Flavia de Luce fühlt sich für mich immer wie nach Hause kommen an. Obwohl es in den Büchern immer einen Mordfall gibt, den es aufzuklären gilt, ist es ein wunderbares Gefühl mit Flavia durch die alten Gänge Buckshaws zu laufen. Die elfjährige ist ein sehr außergewöhnlicher Charakter. Sie liebt Chemie, vor allem hat sie eine Vorliebe für Gifte, sie steckt ihre Nase in allerlei fremde Angelegenheiten und weiß mehr, als den meisten lieb ist. Sie ist frech und hat unglaublich viel Humor, auf der anderen Seite ist sie ab und zu auch sehr philosophisch. Diese ganzen Eigenschaften scheinen nicht recht zu einer Elfjährigen zu passen, was aber das Besondere an diesen Büchern ist. In ihrer kindlichen Unschuld führt sie die Erwachsenen ganz schön an der Nase rum. Kurz gesagt, Flavia muss man einfach lieben. Das Setting ist in diesem vierten Band weihnachtlich-winterlich. So viel Schnee wie beschrieben wurde, wünsche ich mir auch mal… Auch die Idee, eine Filmcrew nach Buckshaw kommen zu lassen, habe ich sehr interessant empfunden. In der Geschichte wird bis circa zur Hälfte des Buches das Setting beschrieben und der durcheinander gewirbelte Alltag, den die Filmcrew verursacht hat, was aber weder langweilig war noch sich in die Länge gezogen hat. Jeder neue Charakter war einzigartig und die Altbekannten sind so geblieben, wie man sie in Erinnerung hat. Ab der zweiten Hälfte wurde es dann schon spannender und am Ende wurde es sogar noch richtig gefährlich für Flavia. Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen. Flavia de Luce ist und bleibt einfach eine Herzensreihe mit Wohlfühlcharakter. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen lockeren Kriminalroman mit einer etwas anderen Protagonistin lesen möchte. Ich gebe 4 von 5 Sterne.

„Vorhang auf für eine Leiche“ ist der vierte Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Das Buch erschien 2012 im Panhaligon Verlag (meine Ausgabe ist von 2013 und im Blanvalet Verlag erschienen). Es hat 308 Seiten, kostet 10,99 € [D] und du findest es unter der ISBN 978-3-442-37901-9. Die Angaben entnehme ich meiner Taschenbuchausgabe.

„Engelsmorgen“

von Lauren Kate; Band 2

Dies ist der zweite Band der Reihe. Wenn du dich nicht spoilern möchtest, lies bitte den ersten Band.

„Der großen Liebe begegnest du nur einmal.

Luce und Daniel haben sich bereits in ihren früheren Leben immer wieder geliebt und verloren. Jetzt scheinen sie sich endlich gefunden zu haben. Doch die Schatten der Vergangenheit sind noch nicht besiegt. Während Luce sich in einem abgelegenen Internat an der Küste versteckt, bietet Daniel den Unsterblichen die Stirn…“

Luce ist froh endlich ihre große Liebe Daniel gefunden zu haben. Doch dadurch schwebt sie in Gefahr, denn die Unsterblichen trachten nach ihrem Leben. Aus diesem Grund müssen Daniel und sie sich schon wieder voneinander trennen. Luce versteckt sich in Shorline, einer Schule in Kalifornien, wo sie versucht, mehr über ihre früheren Leben herauszufinden. Weil Daniel ihr nicht die ganze Wahrheit sagen kann, bringt sie sich bei ihrer Suche nach der Wahrheit regelmäßig selbst in Gefahr. Währenddessen tauchen bei Luce neue Gefühle auf und sie beginnt ihre Beziehung zu Daniel zu hinterfragen. Wird die Liebe der beiden am Ende stärker sein als jede Bedrohung?

Ich habe mich gefreut zurück in diese wundervolle Welt rund um die gefallenen Engel kehren zu dürfen. Der erste Band hat ja mit einem Cliffhanger geendet und man wusste fast nichts über die Welt. Von der Rückkehr in diese Welt habe ich mir, wie Luce, Antworten versprochen. Gemeinsam mit der Protagonistin macht man sich auf die Suche nach Antworten zu ihrer Vergangenheit. Gleichzeitig wird einem auch Luces Verzweiflung über die erzwungene Distanz zu Daniel nähergebracht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schmerzhaft es ist, von seinem Liebsten entfernt zu bleiben. Gleichzeitig erlebt man aber auch, wie Luce versucht, sich von diesem Schmerz abzulenken und wie sie dabei Dinge erlebt, die sie zuvor nicht wirklich kannte. Mir hat das sehr gut gefallen, vor allem wie sich Luce weiterentwickelt hat. Sie hat sich selbst noch einmal besser kennengelernt, versteht sich selbst besser und kann einige Emotionen besser einordnen. Auch ihr wachsendes Selbstbewusstsein war wundervoll zu begleiten. Im ersten Band hat sie sehr verstört und eingeschüchtert gewirkt, in diesem Buch hat sie auch einfach mal das gemacht was sie wollte. Dass sie sich selbst in Gefahr gebracht hat, kann man ihr nicht verübeln, immerhin erklärt ihr ja kaum jemand etwas. Ihr Wunsch, selbst bestimmt und frei zu handeln, was Luce dann auch umgesetzt hat, auch wenn es nicht immer die beste Idee war, fand ich gut. Sie hat ihre rebellischere Seite gezeigt. Die Welt generell wird ziemlich düster beschrieben, vielleicht auch deshalb, weil die meisten wichtigen Szenen in der Nacht gespielt haben. Das hat das Buch und die Geschichte ein wenig mysteriös, aber auch spannend gemacht. Die Welt war super beschrieben, die einzelnen Handlungsorte konnte man sich sehr gut vorstellen. Jeder Charakter, auch die Nebencharaktere, hatten etwas, was sie einzigartig gemacht hat, beziehungsweise, die sie sympathisch gemacht haben. Beispielsweise Eigenschaften, wie immer gut gelaunt sein, oder immer ein offenes Ohr haben. Das hat dazu beigetragen, dass man sich wohlgefühlt hat. Aber auch, dass Nebencharaktere aus dem ersten Band wieder aufgetaucht sind, hat das Gefühl von nach Hause kommen verstärkt, obwohl die Handlung selbst ja an einem anderen Ort gespielt hat. Das Ende hat mich ein wenig verwirrt und traurig zurückgelassen. Das Buch hat schon wieder mit einem Cliffhanger geendet und dann noch einer bei dem man sich einfach fragt, warum einem das angetan wird. 😔 Ich hoffe das der dritte Band meine Verwirrung beendet oder mich zumindest etwas glücklicher macht. Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass Luce sehr, sehr, sehr viel über ihre Liebe zu Daniel nachgedacht und erzählt hat. Das könnte den einen oder die eine möglicherweise stören, deshalb hier die Info 😅😊. Ich gebe dem zweiten Band 4 von 5 Sterne.

„Engelsmorgen“ ist der zweite Band der „Fallen“-Reihe von Lauren Kate. Das Buch erschien 2013 als Taschenbuch beim Heyne-Verlag, hat 457 Seiten, kostet 9,99 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-453-52986-1 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch aus meinem Besitz. Schau auch gerne hier vorbei: Lauren Kate: Engelsmorgen – Taschenbuch – cbj Jugendbücher (penguinrandomhouse.de).

„Harry Potter“

von Joanne K. Rowling

Endlich habe ich den Harry Potter Readathon beendet, den ich Ende Dezember 2021 begonnen habe. Zu „Harry Potter und das verwunschene Kind“ kommt eine Einzelrezension.

Da ich glaube, dass sehr viele die Harry Potter Reihe schon gelesen haben (oder die Filme gesehen haben), werde ich in diesem etwas sehr viel längeren Beitrag alle Harry Potter Teile (Band 1 bis 7) vorstellen. In den Rezensionen können Spoiler enthalten sein, da dies bei einer Reihe nicht vermeidbar ist. Wenn du also noch nicht alle Bände kennst, lies nur bis dahin, wo du gerade stehst.

Die Harry Potter Reihe eignet sich meiner Meinung nach für Einsteiger in das Genre Fantasy, aber auch für diejenigen, die die Filme geschaut haben, aber die Buchreihe noch nicht gelesen haben.

Band 1: Harry Potter und der Stein der Weisen

Harry erfährt an seinem elften Geburtstag, dass er ein Zauberer ist. Seine Eltern sind wegen des mächtigsten schwarzen Zauberers, den es je gegeben hat – Lord Voldemort – gestorben. Harry wird nach Hogwarts eingeladen, in die Schule für Zauberei und Hexerei. Noch total überwältigt von diesen neuen Erkenntnissen über ihn selbst, beginnt für ihn das aufregendste, spannendste, gefährlichste, lustigste und beste Jahr. Zum Glück findet er schnell Freunde, die ihm helfen, in der für ihn neuen Welt klarzukommen. Gemeinsam kämpfen sie sogar gegen dunkle Mächte, denn nicht alle sind dem Jungen, der überlebt hat, wohlgesonnen.

Im ersten Band der Harry Potter Reihe lernt man den jungen Zauberer kennen, der ziemlich schüchtern wirkt, auf der anderen Seite aber auch eine gesunde Portion Selbstbewusstsein zeigt. Harry hat einen sehr großen Gerechtigkeitssinn. Durch diesen sieht er die Vorteile einer Person wichtiger als die Schwächen dieser. Herkunft und Aussehen spielen für ihn keine Rolle, er sucht sich die Freunde, bei denen er sich sicher sein kann, dass sie immer für ihn da sein werden, egal was passiert. Im Gegenzug dazu hilft er gerne anderen, steckt seine Nase aber auch gerne in Dinge, die ihn nichts angehen, weshalb er sich oft in Schwierigkeiten bringt. Hogwarts wird schnell zu seinem zu Hause, denn bei seinen Verwandten, den Dursleys im Ligusterweg, ist es einfach grauenhaft. Aber Harry ist nicht der perfekte junge Zauberer. Er schafft es zwar immer gefährlichen Situationen gerade so lebendig zu entkommen, aber über seinen größten Feind, Lord Voldemort, muss er noch viel lernen. Dazu dient seine Ausbildung in Hogwarts und auch seine Professoren, vor allem Dumbledore, stehen ihm mit Rat und Tat zur Seite. Harrys Freunde Hermine und Ron erleben gemeinsam mit ihm die verrücktesten Abenteuer. Weil das Trio so verschieden ist, ergänzen sie sich perfekt. Der Leser bekommt Harrys Erlebnisse so geschildert, als wäre man selbst als eine Art Geist dabei. Die Schule wird detailreich beschrieben und auch das Magiesystem ist meiner Meinung nach sehr schlüssig. Man reist in eine magische Welt mit all ihren wunderbaren, aber auch verrückten und kryptischen Einzelheiten, die man je länger man darüber nachdenkt, desto besser versteht und schätzen lernt.

Band 2: Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Harry Potter ist wahrscheinlich einer der wenigen Schüler, die es mehr genießen Schule zu haben als Ferien. Für Harry ist Hogwarts, die Zauberschule, auf die er geht, jedoch mehr als nur seine Schule. Sie ist sein zu Hause. Deshalb ist es nicht sehr verwunderlich, dass er sich unglaublich auf sein zweites Schuljahr freut. Doch irgendetwas scheint in Hogwarts sein Unwesen zu treiben. Harry hört seltsame Geräusche, die seine Mitschüler nicht hören, und dann werden auch noch Schüler versteinert. Nicht einmal Dumbledore, der Schulleiter, den Harry für den besten Zauberer aller Zeiten hält, hat eine Erklärung. Harry, Ron und Hermine versuchen neben ihrem Zauberschüleralltag das Rätsel zu lösen und Hogwarts von den dunklen Mächten zu befreien, doch dabei bringen sie sich in große Gefahr.

Harry ist selbstbewusster geworden. Er kennt seine Fähigkeiten und hat gelernt, sich in der Welt der Hexen und Zauberer zurecht zu finden. Für jedes Problem findet er eine Lösung. Auch seine Freunde Hermine und Ron spielen eine große Rolle in Harrys Leben, denn ohne die beiden würde manches gründlich schief gehen. Das Trio ist aufeinander angewiesen, denn jeder braucht jeden. Gemeinsam ist man bekanntlich am stärksten. So kämpfen die drei nicht nur gegen lästige Lehrer und neidische Mitschüler, sondern auch gegen die dunklen Mächte. Die drei Freunde scheinen das Böse nur so magisch anzuziehen. Harry beweist Mut und Tapferkeit und ist für seine Freunde immer zur Stelle, wenn diese Hilfe brauchen. In Hogwarts fühlt Harry sich willkommen und geliebt und setzt alles daran, seine Mitschüler aus Gryffindor zu unterstützen. Auch wenn er zwischendurch Zweifel hat, letztes Jahr wirklich in das richtige Haus einsortiert worden zu sein. Doch diese Zweifel werden auch aus dem Weg geräumt. Ich hab das Buch wirklich genossen, aber seien wir mal ehrlich: Gilderoy Lockhart nervt ziemlich. Dieser möchte-gern Professor hat mich ziemlich aufgeregt. Kennst du das, dass du manchmal einem Charakter am liebsten eine saftige Ohrfeige verpassen möchtest? Dieses Gefühl hab ich ziemlich oft bei Lockhart gehabt. Seine ganze Art hat mich einfach nur tierisch aufgeregt. Aber der Geschichte hat dies keinen Abbruch getan. Manchmal müssen eben auch nervige Charaktere mit dabei sein.

Band 3: Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Nachdem Harry in den Ferien gezaubert hat, flieht er aus dem Ligusterweg. Er weiß, dass ihm ein Schulverweis droht und dennoch scheint niemand im Zaubereiministerium diesem Zwischenfall Beachtung zu schenken. Alle sind bemüht, Harry sicher nach Hogwarts zu bringen. Harry findet heraus, dass ein gefürchteter Verbrecher aus Askaban, dem Gefängnis für Zauberer und Hexen, entkommen ist, und nun auf dem Weg ist, Harry zu töten. Doch ist an dieser Geschichte wirklich etwas dran? Die Wurzel dieses Chaos aus Wahrheit und Lüge liegt in der Vergangenheit. Gemeinsam mit Ron und Hermine spürt Harry die Wahrheit auf und kann diese kaum glauben. Harry und seine Freunde liefern sich einen Wettkampf mit der Zeit.

Harry und seine Freunde sind auf der Spur von Intrigen und Geheimnissen und werden selbst zu Geheimniswahrern, während sie ihrem alltäglichen Zauberschülerdasein nachgehen. Es ist gar nicht so einfach, in Hogwarts heimlich Dinge zu tun. Überall gibt es lauschende Ohren und Lebewesen, denen man lieber nicht über den Weg laufen sollte. Auch in Band drei lernt der Leser Harrys Mut durch verschiedene Situationen kennen, die sowohl spannend als auch gefährlich sind. Näher im Detail beschreiben möchte ich diese jedoch nicht. Es könnte spoilern. Man erfährt aber auch viel von Harrys Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten, sowie seine Dankbarkeit, Hogwarts sein zu Hause nennen zu dürfen und Hermine und Ron als seine besten Freunde bezeichnen zu können. Die vielen Erlebnisse, die teilweise auch ziemlich unangenehm sind, formen Harrys Charakter und er geht gestärkt daraus hervor.

Band 4: Harry Potter und der Feuerkelch

Harry erlebt die bisher besten Sommerferien, seit er weiß, dass er ein Zauberer ist und nach Hogwarts geht. Zusammen mit den Weasleys, der Familie seines besten Freundes Ron, und Hermine besucht er das Finale der Quidditch-Weltmeisterschaft. Doch das sportliche Großereignis wird von dem Auftauchen dunkler Mächte beschattet. Sportlich geht auch Harrys Schuljahr weiter. Denn das Trimagische Turnier findet erstmals wieder statt. Harry spielt darin eine Rolle, mit der niemand gerechnet hat. Auch hier haben die dunklen Mächte, die von keinem geringeren als Lord Voldemort ausgehen, die Finger im Spiel. Doch Harry bekommt von allen Seiten Unterstützung und erweist sich in einer für sein Leben wohl gefährlichsten Situation als großartiger Zauberer, womit selbst Lord Voldemort nicht gerechnet hat.

Harrys Tapferkeit wird in diesem Band auf eine harte Probe gestellt. Auch die Fähigkeit mit Hass und Neid umzugehen, erfährt hier eine neue wichtige Bedeutung. In diesem vierten Band der Harry Potter Reihe finden sich so viele wichtige Botschaften, dass ich sie gar nicht alle einzeln aufzählen kann. Ich schreibe hier nur einmal die für mich wichtigsten auf. Harry lernt, die Schattenseite von Ruhm kennen, erfährt aber noch deutlicher als in den Bänden zuvor, was es bedeutet wahre Freunde zu haben. Außerdem wird Harry, aber auch der Leser, mit dem Umgang von Fake News konfrontiert. Schließlich erlaubt das Trimagische Turnier einer – wie ich finde ziemlich nervigen – Reporterin die wildesten und verrücktesten Geschichten zu verbreiten, ohne Anspruch auf Realität. In diesem Band wird außerdem Harrys Vertrauen und Selbstlosigkeit auf eine harte Probe gestellt. Trotz allem geht er gestärkt aus dem ganzen Chaos und den schwierigen Situationen hervor und hat eine Menge dazugelernt. Mehr als er wahrscheinlich Anfang des Schuljahres geglaubt hat. Dieser Band ist bisher der stärkste meiner Meinung nach. Überall Gefahren und Abenteuer, die Harry meistern muss, aber auch Freude und Zuversicht durch das Geschenk von Freundschaft und Liebe. Harrys bisher schwerstes Jahr, den es verlangt vor allem ihm, aber auch seinen Freunden, alles Können ab.

Band 5: Harry Potter und der Orden des Phönix

Harry Potter sitzt bei seinen Verwandten im Ligusterweg fest. Von seinen Freunden Hermine und Ron bekommt er nur rätselhafte Briefe. Die Sommerferien waren noch nie so langweilig, bis er und sein Cousin eines Abends von Dementoren angegriffen werden. Ab diesem Moment überschlagen sich die Ereignisse. Er erfährt von dem Orden des Phönix und davon, dass das Zaubereiministerium sich in Hogwarts einmischt. Harrys fünftes Schuljahr beginnt und stellt ihm und seinen Freunden einige Probleme in den Weg. Das viele nicht glauben wollen, dass Voldemort zurückgekehrt ist, ist nur eines von vielen. Neben dem Lernen für die ZAGs gilt es sich gegen die dunklen Mächte zu verteidigen und sich gegen die Lügen des Ministeriums zu stellen.

Für mich ist dies der bisher schwächste Band der Reihe. Es hatte einfach viel zu viele Längen und einige Passagen hätten deutlich gekürzt werden können. Trotzdem weiß ich, dass dieser Band essenziell ist. Es werden viele Dinge erklärt, die für die nächsten beiden Bände bedeutend sind. Das kann ich deshalb sagen, weil ich die Reihe schon zum wiederholten Mal lese und daher noch grob weiß, wie alles abläuft. Trotz der Längen hat das Buch für mich auch positive Seiten. Im Vordergrund stehen Freundschaft und Loyalität, sowie Mut zu haben, sich von Gegner nicht gleich einengen zu lassen, sondern für die eigenen Rechte zu kämpfen. Für Harry ist dieser Band glaube ich der schwierigste, weil ihm so viele Steine in den Weg gelegt werden und es ihm wirklich nicht leicht gemacht wird. Dennoch gibt er nicht auf. Im Gegenteil. Er und auch Hermine und Ron finden immer wieder Wege, sich gegen Widersacher zu wehren. Sie werden nicht leise, sondern lauter, wenn du verstehst, was ich meine. Besonders Harrys Wut, die teilweise eine sehr große Rolle spielt, konnte ich gut nachvollziehen. Mir würde es an seiner Stelle auch so gehen. Immerhin wurden ihm die ganze Zeit Informationen vorenthalten oder er wurde schlimmer bestraft als andere, obwohl er teilweise nicht einmal etwas Schlimmes getan hat. Harry Potter und der Orden des Phönix ist sehr informationsreich und beinhaltet viele Szenen, in denen Emotionen sehr zentral sind. Für mich fehlt für ein besseres Leseempfinden Spannung. Es gab am Ende zwar spannende Szenen, aber die konnten die Längen davor nicht wirklich ausgleichen. Trotzdem ist das Buch nicht schlecht. Ich mag es nur von allen anderen Bänden am wenigsten, obwohl es wie schon geschrieben, wirklich wichtig ist.

Band 6: Harry Potter und der Halbblutprinz

Voldemort ist zurück und die Zauberer Welt ist unsicherer denn je. Überall herrscht Gewalt und Angst. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in Hogwarts strenge Sicherheitsvorkehrungen gelten. Dumbledore erforscht mit Harry Voldemorts Vergangenheit. Warum? Lesen! Harrys sechstes Schuljahr beinhaltet so einige Überraschungen. Wer ist der Halbblutprinz, dessen Zaubertrankbuch Harry hilfreich ist, und was hat Draco Malfoy vor? Geheimnisse über Geheimnisse und die Gefahr des Dunklen Lord bestimmen Harrys Schuljahr.

Dieser Band hat mir besser gefallen als der vorherige. Obwohl es auch in diesem Band sehr viele Informationen zu den Dunklen Mächten und allgemeinen Hintergründen der Zauberer Welt gibt, war diese „Theorie“ nicht so trocken wie in Band 5. Denn die Szenen waren erstens sehr viel kürzer und zweitens waren sie spannend oder wechselten sich mit spannenden Szenen ab. Neben der Hauptstory habe ich außerdem die kleinen Randstorys sehr genossen. Unteranderem die große Weiterentwicklung der Charaktere. Mit manchen Entwicklungen rechnet man kaum, andere bahnen sich so langsam an. Jede dieser war jedoch schön mitzuverfolgen. Neben Freundschaft spielt auch die erste Liebe eine Rolle. Diese wurde meiner Meinung nach sehr schön in die Hauptstory eingebettet. Im Gegenzug zu diesem angenehmen Leseerlebnis hat mich das Ende sehr stark mitgenommen. Es war sehr emotional, spannend und verwirrend. Es sind Dinge passiert, mit denen ich einfach nicht gerechnet habe. Ja, ich habe alle Bände schon öfter gelesen, trotzdem haben mich die Entwicklungen aufs Neue überrascht. Ich finde jedoch, dass genau das, ein gutes Buch ausmacht.

Band 7: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Harry kann nicht nach Hogwarts zurückkehren, da dies viel zu gefährlich wäre. Außerdem muss er die restlichen Horkruxe finden, um Voldemort töten zu können. Zum Glück hat er Ron und Hermine an seiner Seite, mit denen er durch das ganze Land reist. Dann begegnen dem Trio die geheimnisvollen Heiligtümer des Todes. Harry ist hin und her gerissen zwischen der Entscheidung, deren Rätsel zu lösen oder das zu beenden, was er und Dumbledore angefangen haben. Eines ist jedoch sicher: Der Dunkle Lord wird am Ende auf ihn warten.

Das Buch beginnt spannend und verliert im Verlauf der Handlung auch nicht an Spannung. Das hat mir sehr gut gefallen. Bei Band 5 hatte ich ja kritisiert, dass die Passagen, in denen Harry wichtige Informationen erhält zu langatmig sind und zu wenig Spannung da war. Das war in diesem Finalen Band anders. Trotz der ausführlichen Darstellung der Vergangenheit, war das Buch spannend. Außerdem denkt man sich vielleicht, dass diese Reise, die das Trio unternimmt, nicht gerade spannend sein wird, doch die Tatsache, dass sie auf der Flucht sind und im Hintergrund agieren müssen, um nicht entdeckt zu werden, machte diese Reise gerade spannend. Immer ist irgendetwas passiert. Neben der durchgehenden Spannung war das Buch auch eine emotionale Achterbahnfahrt. Warum genau möchte ich nicht so direkt erklären, aber da eine Art Krieg herrscht, kann man sich schon ungefähr denken, warum es oft sehr emotional wurde. Das ein oder andere Tränchen hatte ich schon in den Augen. Neben der Handlung fand ich auch die Entwicklung der Charaktere großartig. Obwohl… Ron war ein bisschen seltsam drauf, aber eigentlich weiß man warum. Harry, der sonst immer sehr selbstbewusst war, hatte in diesem Band sehr mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Immerhin hat er eine unheimlich große und wichtige Aufgabe zu erledigen und hat eigentlich keine Ahnung wie er das schaffen soll. Ich finde, diese Selbstzweifel kann man nicht kritisieren. Hermines Charakter war für mich wie ein Fels in der Brandung. Sie hat das Trio zusammengehalten und hatte auf ihre eigene Art mit Problemen zu kämpfen, von denen man nicht viel erfahren hat, die sie für mich aber unheimlich stark gemacht haben. Wichtige Elemente des Buches waren wieder Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Mut. Gerade die Bedeutung von Vertrauen wurde meiner Meinung nach gut dargestellt und in die Handlung integriert. Die dunklen Mächte haben ihr eigenes Ziel verfolgt und der Plan, bzw. die Handlungsweise Lord Voldemorts hat mich an einigen Stellen sehr stark an die Judenverfolgung zur NS Zeit erinnert. Vielleicht erkennst du was ich meine, wenn du das Buch mit dieser Anmerkung meinerseits liest. Am Ende steht die alles entscheidende Frage: Sieg oder Niederlage für Harry Potter? Wie es ausgeht, musst du natürlich selbst lesen, oder vielleicht weißt du es auch schon, weil du die Filme gesehen hast. Ich kann dir trotzdem empfehlen die Bücher zu lesen, weil es doch einige Sachen gibt, die es nicht in die Filme geschafft haben, bei denen ich jedoch finde, dass man sie mal erfahren haben muss.

Angaben zu den Büchern in meinem Besitz:

Harry Potter und der Stein der Weisen: 335 Seiten, 5 von 5 Sterne, 978-3-551-55167-7, Carlsen Verlag 1998, Originalausgabe; Harry Potter und die Kammer des Schreckens: 352 Seiten, 4 von 5 Sterne, 978-3-551-55168-5, Carlsen Verlag 1999, Originalausgabe; Harry Potter und der Gefangene von Askaban: 448 Seiten, 5 von 5 Sterne, ISBN 978-3-551-55169-3, Carlsen Verlag 1999, Originalausgabe; Harry Potter und der Feuerkelch: 767 Seiten, 5 von 5 Sterne, ISBN 978-3-551-55193-6, Carlsen Verlag 2000, Originalausgabe; Harry Potter und der Orden des Phönix: 1021 Seiten, 3 von 5 Sterne, ISBN 978-3-551-55555-9, Carlsen Verlag 2003, Originalausgabe; Harry Potter und der Halbblutprinz: 656 Seiten, 4 von 5 Sterne, ISBN 978-3-551-56666-9, Carlsen Verlag 2005, Originalausgabe; Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: 767 Seiten, 5 von 5 Sterne, ISBN 978-3-551-57777-1, Carlsen Verlag 2007, Originalausgabe

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