„City of Burning Wings“

von Lily S. Morgan

„Brich den Fluch einer magischen Stadt, lüfte das Geheimnis einer verborgenen Geschichte und finde die Liebe in deinem größten Rivalen.“

„Die junge Kriegerin May hat sich ihr Leben lang darauf vorbereitet, als Nachfolgerin des Königs den Aschethron zu besteigen. Sie ist die schnellste Himmelsstürmerin, die es in der fliegenden Stadt Elydor je gab. Doch als der König stirbt, taucht die Herrscherrune nicht bei ihr, sondern auf der Stirn des mysteriösen Geheimnishändlers Luan aus dem Elendsviertel auf. Und ausgerechnet May soll ihm helfen, mit seiner neu gewonnenen Macht umzugehen. Nur widerwillig fügt sie sich, bis ihr klar wird, dass nicht nur ihre beiden Leben vom Erfolg der Aufgabe abhängen, sondern die Zukunft von ganz Elydor.“

May ist geschockt. Ihr Leben lang hat sie sich darauf vorbereitet, den Aschethron zu besteigen. Doch dann erscheint die Herrscherrune auf Luans Stirn. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie ihn von Anfang an nicht leiden kann. Dennoch muss sie lernen, dass nicht so ist, wie es scheint, und dass die größten Feinde zu den engsten Verbündeten werden können. Luan und May müssen ihre Fähigkeiten nutzen, um dem Geheimnis der fliegenden Stadt und der unerwarteten Machtübernahme auf die Spur zu kommen.

Ich muss zugeben, dass dieses Buch ein Coverkauf war. Die erste Auflage konnte man mit einem wunderschönen Buchschnitt, der sich perfekt an das Buch anpasst, kaufen. Ich bin nicht drum herumgekommen und musste einfach zuschlagen. Im Zuge meiner SuB-Abbau-Challenge, stand dieses Buch dann auf der Leseliste vom März. In den sozialen Netzwerken habe ich das Buch überall gesehen, konnte mich zum Glück aber davon abhalten, mich zu spoilern oder zu große Erwartungen zu entwickeln. Mir hat das Buch gut gefallen. Man taucht von der ersten Seite an, direkt in die Geschichte um die Aschekriegerin May ein, die sehr selbstbewusst, zielstrebig und frech ist. Sie vertraut vollkommen in ihre Fähigkeiten und lässt sich normalerweise nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Doch sie hat nicht mit Luan gerechnet, der ihre Impulskontrolle gehörig auf die Probe stellt. Im Klappentext wird schon angedeutet, dass es eine Enemies-to-lovers-Beziehung gibt, worauf ich sehr gespannt war, wie das umgesetzt wurde. Ich muss sagen, dass ich die Umsetzung sehr gut gelungen fand, weil die Protagonisten während dieser Entwicklung nicht ihren Charakter verloren haben und die Entwicklung auch nicht sehr plötzlich kam, sondern sich eher langsam angebahnt hat. Luan und May sind zwei sehr eigenständige Charaktere, die sich in gewissen Charakterzügen zwar ähneln, aber trotzdem selbstständig sind. Ich habe es sehr genossen, die beiden im Laufe der Geschichte kennenzulernen. Die Geschichte startet sehr plötzlich und man erfährt von der ersten bis zur letzten Seite, den Aufbau der Welt. Ich muss sagen, dass mir das ein wenig Probleme bereitet hat, da ich bis zuletzt nicht so ganz wusste, wieso weshalb und warum manches so und anderes so abläuft. Das Magiesystem ist meiner Meinung nach sehr einfach gehalten und dennoch habe ich eine Weile gebraucht es zu verstehen, bzw. ich denke immer noch darüber nach. Auch der Aufbau der Welt war für mich am Anfang ziemlich komplex, aber je mehr Zeit ich in der Geschichte verbracht habe, desto besser habe ich den Aufbau verstanden. Gut gefallen hat mir auch der Schreibstil, dieser war nicht zu einfach, aber auch nicht zu komplex, und sehr flüssig. Ich bin sehr gut durch die Seiten gekommen. Die Grundidee der Geschichte finde ich sehr spannend und sie hat mir gut gefallen. Ich finde jedoch, dass man merkt, dass es der erste Roman der Autorin ist, was prinzipiell ja nicht schlecht ist. Ich denke je mehr Bücher Lily schreibt und veröffentlicht, und je mehr Feedback sie bekommt, desto besser werden die Geschichten. Ich jedenfalls konnte mich gut in die City vertiefen und in diesen aktuell schwierigen Zeiten mit der Geschichte gut abschalten. Ich würde sagen, dass das Buch für mich einen Wohlfühlcharakter hat. Ich finde es jedoch schwierig, „City of Burning Wings“ mit anderen Fantasy Büchern zu vergleichen. Vor allem, da ich schon lange Fantasy lese, fällt mir die Bewertung nicht so leicht. Weil es mir gut gefallen hat, gebe ich 3,5 von 5 Sternen.

„City Of Burning Wings – Die Aschekriegerin“ von Lily S. Morgan erschien 2021 im Carlsen Verlag. Das Buch hat 395 Seiten, kostet 15,00 € [D] und du findest es unter der ISBN 978-3-551-58453-3. Die Angaben beziehen sich auf die Klappenbroschur der Originalausgabe.

„Layers“

von Ursula Poznanski

„Kannst du deinen Augen trauen? Die Wahrheit ist vielschichtig.“

„Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich ganz gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nicht erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo dieser neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält – das ist Dorians Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt er recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke. Als Dorian ein solches Päckchen nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.“

Dorian ist froh in der Villa aufgenommen zu werden. Vor allem wieder Unterricht zu haben, freut ihn sehr. Trotzdem ist sein Leben dort nicht das gewöhnlichste. Schließlich muss er draußen in der Stadt diverse Aufträge und Aufgaben übernehmen, bis es plötzlich zu einer Schicksalhaften Wendung kommt und Dorian auf der Flucht vor jemandem ist, wegen etwas, dass er gar nicht versteht. Nach und nach kann er die Puzzleteile zusammensetzen und deckt die Wahrheit auf.

Zuerst muss ich sagen, dass mir das Buch, wie alle Ursula Poznanski Bücher, sehr gut gefallen hat. Es wurde eine Thematik behandelt, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Allein die Vorstellung, dass es das, was thematisiert wurde, vielleicht in unserer Welt, in unserer unmittelbaren Umgebung, schon gibt, hat mich doch sehr beängstigt. Ich will gar nicht sagen, um was es geht, weil ich sonst die ganze Spannung vorwegnehmen würde. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, ich wäre der Auflösung auf der Spur, was sich dann jedoch als Fehler rausgestellt hat. Es kam alles ganz anders als erwartet. Ursula Poznanski hat gekonnt mit den Plots gespielt und für mich waren sie immer an der richtigen Stelle. Ich war völlig überrascht und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der große Plot Twist am Ende, der für eine unglaubliche Spannung gesorgt hat, ist hat mich komplett überrumpelt. Mit einer solchen Auflösung habe ich absolut nicht gerechnet. Ich mochte außerdem wieder die kleine Liebesgeschichte, die sich durch die Geschichte gezogen hat, aber nicht zentrales Ereignis war. Stella und Dorians Beziehung hat sich relativ schnell entwickelt, aber doch so, dass es nicht sehr abwegig war. Die Entwicklung passte gut zu den Charakteren. Die Geschichte hat mir gezeigt, dass man aufpassen sollte, wem man vertraut, und dass man nicht alles glauben sollte, was man liest/hört/sieht. Ich habe es so genossen in die Geschichte einzutauchen und der Realität für ein paar Stunden entfliehen zu können. Der Titel passt sehr gut zum Inhalt des Buches oder umgekehrt? Jedenfalls passt beides perfekt zusammen. Der Schreibstil ist locker und an die Zielgruppe der Jugendlichen angepasst und dennoch baut Ursula Poznanski gekonnt Spannung auf. Die Geschichte spielt in einer Stadt und Umgebung, die nicht genau benannt wird. Es ist immer nur von „der Stadt“ die Rede. Durch die vielen detaillierten Beschreibungen der Stadt, hat sich in meinem Kopf ein Stadtplan entwickelt. Ob dieser eine große Übereinstimmung mit dem von Ursula Poznanski hat, weiß ich nicht, denn es gibt im Buch keine Karte. Was ich jedoch nicht ganz so dramatisch finde. Immerhin bin ich beim Lesen mit dem Stadtplan in meinem Kopf gut zurechtgekommen. Mit Layers habe ich ein paar angenehme, spannende und aufregende Lesestunden verbracht, die mir auch noch Tage danach im Kopf geblieben sind. Vor allem die Thematik hat mich, wie bereits gesagt, nicht mehr losgelassen. Vertrauen ist eine wichtige Fähigkeit, aber Vertrauen kann auch sehr schnell zerstört werden. Bis man Vertrauen aufgebaut hat, kann es lange dauern. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dennoch kann ich sagen, dass man lernen kann, wieder zu vertrauen. ❤️ Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sterne.

„Layers“ von Ursula Poznanski erschien 2015 im Loewe Verlag. Es kostet 14,95€ [D], hat 445 Seiten und du kannst es unter der ISBN 978-3-7855-8230-5 finden (Klappenbroschur).