„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“

von Alan Bradley; Band 3

Dieser Band kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.

„Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop´s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und kaum hat sich die arme Schaustellerin vom ersten Schreck erholt, wird sie auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Geplagt von Schuldgefühlen, aber auch getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem schlimmen Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des angeblichen Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …“

„Ein echter Lesespaß für Freunde des klassischen Krimis.“

Berliner Kurier

Flavia fühlt sich schuldig, das Zelt der Wahrsagerin Fenella aus Versehen in Brand gesteckt zu haben und bietet der alten Frau ihre Hilfe an. Doch schon bald merkt Flavia, dass hinter dem Anschlag auf die alte Frau mehr stecken muss. Als sie dann auch noch eine Leiche entdeckt, ist Flavias Neugier geweckt und sie beginnt auf ihre eigene Art und Weise zu entwickeln. Währenddessen muss sie sich auch noch gegen die Quälereien ihrer beiden großen Schwestern behaupten. Gar nicht so leicht. Aber für Flavia ist dies ein Kinderspiel.

Mir hat das Buch gut gefallen. Obwohl Flavia ziemlich jung ist, überzeugt sie erneut mit ihrem Humor und ihrer frechen Spürnase, der nichts verborgen bleibt. Mit kindlicher Unschuld kann sie so manche Informationen zusammentragen, die einem Erwachsenen verborgen bleiben. Ihre Liebe für die Chemie hilft ihr oft dabei, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Täter zu entlarven. Neben ihrer detektivischen Aufklärung des Falles erlebt man Flavias Alltag in Bishop´s Lacey und mit ihrer Familie. Sie hat mit den Streichen, die ihre älteren Schwestern ihr spielen, zu kämpfen, ist aber gleichzeitig auch nicht so unschuldig, da sie sich mit eigenen Streichen rächt. Der Schreibstil ist locker und leicht, man hat sich in die Geschichte fallen lassen können, ohne sich beim Lesen sehr konzentrieren zu müssen. Ich habe mich während des Lesens sehr wohlgefühlt. Im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern hat mich dieser Fall jedoch nicht so abgeholt und mitgenommen; dies ist jedoch mein persönliches Empfinden, was nicht bedeuten muss, dass es Dir beim Lesen genauso gehen muss. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sterne.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“ ist der dritte Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Das Buch hat (inklusive Leseprobe des vierten Bandes der Reihe) 368 Seiten und kostet 10,99€. Es erschien 2012 als Taschenbuch im Blanvalet Verlag und hat die ISBN 978-3-442-37950-7.

„Engelsgrube“

von Eva Almstädt; Band 2

Dieser Band kann unabhängig gelesen werden.

„Zwei Morde in der Lübecker Altstadt stellen Pia Korittki vor ein Rätsel. In den Gassen und Gewölben der historischen Altstadt Lübecks werden zwei Menschen brutal ermordet. Die Mordwaffen, ein antikes Stilett und ein Armeerevolver, wirken wie Requisiten in einem blutig inszenierten Drama. Kommissarin Pia Korittki zieht mit ihren Ermittlungen immer weitere und gefährlichere Kreise – und merkt zu spät, dass sie sich auf ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel eingelassen hat…“

Pia Korittki beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und entdeckt dabei Zusammenhänge zwischen den zwei Morden, die bisher verborgen geblieben sind. Nach und nach gelingt es ihr, ihre Kollegen zu überzeugen. Doch noch fehlt ein entscheidendes Puzzle-Stück, um die Fälle vollständig aufzuklären.

Die Protagonistin, Polizeikommissarin Pia Korittki, ist wie im ersten Band sehr selbstbewusst in Bezug auf ihren Beruf. Sie weiß, was sie will und lässt sich nicht so leicht von ihren Ideen und Theorien abbringen. Im Privaten wirkt sie oftmals etwas unsicher. Des Weiteren bekommt der Leser Einblicke in die Polizeiarbeit sowie die Sichtweise anderer handelnder Personen. Beim Lesen fiel es mir diesmal leichter, herauszufinden, wer inwiefern in die Mordfälle verwickelt ist. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und lässt sich schnell durchlesen. Die Grundidee war sehr spannend. Allerdings empfand ich eine der Schlussfolgerungen von Pia Korittki etwas verfrüht platziert, da es im Anschluss nur noch darum ging, die wenigen kleinen noch fehlenden Puzzleteile zu finden. Daher habe ich beim Lesen das Gefühl gehabt, dass dies die Handlung etwas in die Länge zieht. Insgesamt liegt der Fokus bei diesem Krimi auf der Ermittlungsarbeit und nicht in der detailreichen Beschreibung der Tat selbst. Ich empfehle es für Leser, die eben solche Art Krimis mögen. Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen, da mir die Idee und Story selbst etwas besser gefallen hat als im ersten Band.

„Engelsgrube“ ist der zweite Band der Pia-Korittki Reihe von Eva Almstädt und erschien am 13.06.2014 bei Bastei Lübbe. Es hat 288 Seiten, kostet 11 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-404-17171-2 finden . Diese Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (Engelsgrube | Buch (luebbe.de)).

„Scheintot“

von Tess Gerritsen; Band 5

„Eine namenlose junge Frau in der Gerichtsmedizin – für Maura Isles nichts Ungewöhnliches. Doch als die Pathologin den Leichensack öffnet, schlägt die scheinbar Tote plötzlich die Augen auf. Maura fährt die unterkühlte Frau sofort ins Krankenhaus. Aber kaum dort angelangt, tötet die Unbekannte einen Wachmann und nimmt erst Maura und, nachdem diese fliehen kann, Patienten als Geiseln – darunter Detektive Jane Rizzoli, die kurz vor der Entbindung steht. Als Maura und Janes Ehemann Gabriel selbst zu ermitteln beginnen, zeigen plötzlich Vertreter von Bundesbehörden größtes Interesse an dem Fall…“

„Für Mimosen ungeeignet!“

der Spiegel

Die junge Frau, die Maura Isles in das Krankenhaus bringt, scheint vor irgendetwas oder irgendwem große Angst zu haben. Doch sie sagt nichts. Als bei der Geiselnahme schließlich ein Codewort fällt und eine weitere Person der namenlosen Frau zu Hilfe kommt, nimmt der Fall eine Gefährliche Wendung. Denn sollten die beiden Geiselnehmer herausfinden, dass Jane Detektive ist, stünde ihr Leben und das des ungeborenen Kindes auf dem Spiel. Gabriel und Maura setzen alles daran dies zu verhindern und die Geiselnahme ohne Verletzte zu beenden. Doch das ist nicht so einfach. Es tauchen immer mehr Fragen auf, als beantwortet werden können. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, die Wahrheit herauszufinden. Und vor allem, weshalb es zu der Geiselnahme kommen konnte.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Man erfährt abwechselnd aus der Perspektive von Maura Isles, Jane Rizzoli und einer Mila. Wer Mila ist erfährt man erst im Laufe der Geschichte. Doch die Einblendungen, was ihr passiert ist, haben mit der Geiselnahme zu tun, inwiefern erfährt man beim Lesen. Maura Isles ist trotz der Umstände sehr gefasst und versucht, ihr Bestes zu geben, den Fall zu lösen. Sie tritt sehr selbstbewusst auf. Gabriel dagegen versucht rational zu bleiben ist aufgrund der Situation, dass es um das Leben seiner Frau und seines Kindes geht, sehr emotional, was ich gut verstehen kann. Jane Rizzoli bleibt trotz der gefährlichen Situation ruhig und versucht ihr Temperament zu kontrollieren, was ihr allerdings ab und an äußerst schwerfällt. Für mich war das Gruseligste beziehungsweise Brutalste in „Scheintot“ die genauen Beschreibungen der Obduktionen. Diese habe ich als sehr unangenehm empfunden. Dies heißt jedoch nicht, dass du es genauso empfindest. Jeder Mensch hat da eine andere Grenze und das ist völlig in Ordnung. Der psychische Teil des Thrillers ist nicht ganz ohne, und dennoch kam ich damit besser klar. Vielleicht weil es auch eine Thematik ist, die man eher selten mitbekommt und eventuell auch für manche nicht vorstellbar ist. Was mir außerdem gut gefallen hat war, dass es einzelne Sätze gab, bzw. einzelne Szenen, die mich dazu gebracht haben, etwas tiefgründiger über das Geschriebene nachzudenken. Der Psychothriller war bis zur letzten Seite spannend und hat mich sehr gefesselt. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

„Scheintot“ ist der fünfte Band der „Rizzoli & Isles“-Reihe von Tess Gerritsen. Die Originalausgabe „Vanish“ erschien 2005. Im Deutschen erschien eine Ausgabe am 16.07.2018 im blanvalet Verlag mit 432 Seiten. Diese Version kostet 10,99 € [D] und du kannst sie unter der ISBN 978-3-7341-0624-8 finden (Taschenbuch: Tess Gerritsen: Scheintot – Taschenbuch – Blanvalet Verlag (penguinrandomhouse.de)).

„Flavia de Luce – Mord ist kein Kinderspiel“

von Alan Bradley; Band 2

Obwohl sich die Bände der Reihe auch voneinander unabhängig lesen lassen, empfehle ich dir die Rezension des ersten Bandes, bzw. das erste Buch (Mord im Gurkenbeet) zuerst zu lesen.

„Nie zuvor hat die junge Flavia de Luce einen so aufregenden Theaterabend erlebt: Der begnadete Puppenspieler Rupert Porson schlägt das Publikum in seinen Bann, und beim furiosen Finale gibt es neben Rauch und stiebenden Funken sogar eine echte Leiche! Die Polizei tappt zunächst im Dunklen. Nur die brillante Hobbydetektivin Flavia bewahrt den Durchblick und findet heraus, dass jemand die elektrische Anlage der Bühne manipuliert hat. Und bald darauf erkennt sie, dass das ruchlose Verbrechen eng mit einem weiteren , seit mehreren Jahren ungeklärten Todesfall verwoben ist. Doch allmählich stellt sich die bange Frage, ob die neugierige Flavia ganz allein gegen den Strippenzieher in diesem mörderischen Marionettenspiel bestehen kann…“

„Skurrile Typen, lässiger Witz, Atmosphäre und tiefere Bedeutung – fertig ist der Schmöker, mit dem sich winternachmittagelang so fein kichern lässt.“

Stern

Die junge Flavia de Luce hat es mit gleich zwei Todesfällen zu tun, die es aufzuklären gilt. Ein Glück ist sie noch so jung, dass niemand Verdacht schöpft, wenn sie ungefragt und plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht, um zu ermitteln. Dabei gelangt sie zu einigen Erkenntnissen, die der Polizei verborgen bleiben. Mithilfe ihrer Vorliebe für chemische Verbindungen und ihrer Spürnase ist sie der Lösung der beiden Fälle dicht auf der Spur. Nebenbei hat sie auch noch genügend Zeit ihren nervigen großen Schwestern eins auszuwischen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl die Protagonistin Flavia noch sehr jung ist, hat sie eine Vorliebe für Gifte und die damit verbundene Chemie und auch ihr Humor passt nicht recht zu ihrem Alter. Dennoch ist es sehr angenehm zusammen mit ihr in Bishop´s Lacey und Umgebung zu ermitteln. Man lernt nicht nur die Bürger der kleinen Gemeinde kennen, sondern bekommt auch ein Bild von der Umgebung und dem Leben Flavias auf Buckshaw. Der Kriminalfall ist, wie im ersten Band auch, zentrales Motiv und doch erlebt man Flavias Alltag mit. Flavia führt ihre Ermittlungen geplant, sorgfältig, ab und zu auch ein wenig frech und mit einer großen Menge Humor aus. Gleichzeitig erfährt man aber auch viel Privates und bekommt Einblicke in ihre Gedanken, was sehr geschickt in die gesamte Ermittlungsarbeit integriert ist. Bis zu den letzten Seiten war mir nicht klar, wer denn nun der Täter ist, aber Flavia fasst all ihre Erkenntnisse zum Glück immer nochmals zusammen. Der Schreibstil ist flüssig und in sich schlüssig und der Handlungsstrang nachvollziehbar. Meiner Meinung nach eignet sich die Reihe sehr gut, für Einsteiger in die Welt der Krimis, da es nicht blutig oder brutal ist. Außerdem sorgt die Protagonistin mit ihrer kindlichen Unschuld dafür, dass man sich beim Lesen sehr wohlfühlt. Für mich ist die Flavia de Luce Reihe eine meiner liebsten Reihen, und ich kann sie wirklich jedem empfehlen. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.

„Flavia de Luce – Mord ist kein Kinderspiel“ ist der zweite Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Die englische Originalausgabe erschien 2010 bei Orion, die deutsche Erstausgabe 2010 im Panhaligon Verlag. Meine Ausgabe mit der ISBN 978-3-442-37825-8 erschien 2011 bei blanvalet, kostet 10,99€ und hat um die 350 Seiten.

„Kalter Grund“

von Eva Almstädt; Band 1

„Drei Leichen auf einem abgelegenen Hof und ein tödliches Geheimnis… Ein mysteriöser Dreifachmord auf einem Bauernhof versetzt die Bewohner eines holsteinischen Dorfes in Angst. Für Pia Korittki, neue Kommissarin bei der Lübecker Mordkommission, soll dieser Fall zu Bewährungsprobe werden. Als während der Ermittlungen ein sechzehnjähriges Mädchen spurlos verschwindet, wird die Zeit knapp. Und Pia erkennt, dass sich hinter der Fassade ländlicher Wohlanständigkeit abgrundtiefer Hass und verbotene Leidenschaften verbergen…“

Pia Korittki ist eine ehrgeizige Kriminalkommissarin und neu in der Mordkommission. Ihre neuen Kollegen machen es ihr nicht leicht und doch versucht sie zu zeigen was sie kann. Als sie mit ihrem Kollegen Marten Unruh zu einem Dreifachmord auf einem abgelegenen Hof beordert wird, sieht sie diesen Fall als ihre Chance ihren Kollegen zu zeigen, dass sie nicht nur für das Schreiben von Berichten gut ist. Die beiden beginnen auf ihre jeweilige eigene Art zu ermitteln und decken so manche Geheimnisse auf.

Mir hat das Buch gut gefallen. Pia Korittki ist eine selbstbewusste Kommissarin, die sich darüber ärgert von ihren Kollegen nicht ernst genommen und abgestempelt zu werden. Dadurch wird der Fall zu ihrem Fall, mit Hilfe dessen Aufklärung sie den anderen Beweisen möchte was sie kann. Mir war sie von Anfang an sympathisch, weil sie weiß, was sie will. Wenn sie sich unwohl fühlt, schwitzt sie stark, wodurch sie nahbar wirkt. Es geht sicherlich vielen genauso. Ihren Kollegen Unruh lernt man nur durch Beschreibungen aus Pias Sicht kennen. Da sie ihm gegenüber ein wenig distanziert eingestellt ist, verspürt man auch beim Lesen diese Distanz ein wenig und er wirkt dem Leser nicht nahbar. Während der Handlung lernen sich die beiden besser kennen, was sich auch auf das Verhältnis auswirkt. Die Handlung war gut strukturiert, sodass man den Ermittlungskenntnissen folgen konnte. Das Setting war so beschrieben, dass man es sich gut vorstellen kann. Insgesamt ist dieser Krimi eher einer der „ruhigen“ Sorte, also er beinhaltet weniger brutal und blutig beschriebene Szenen. Der Krimi basiert eher auf der Ermittlungsarbeit und nicht den grausamen Details des Verbrechens. Meiner Meinung nach ein Buch, welches eher für Anfänger im Krimi-Genre geeignet ist, da es auch wesentlich brutalere Krimis gibt. Ich habe mich beim Lesen sehr wohlgefühlt und habe das Buch sehr schnell durchgelesen. Dennoch war es nicht spannender als andere Krimis, die ich bereits gelesen habe. Ich gebe 3 von 5 Sternen.

„Kalter Grund“ ist der erste Band der „Pia Korittki“-Reihe von Eva Almstädt. Das Buch erschien am 13.06.2014 im Bastei Lübbe Verlag, es hat 272 Seiten, kostet 11 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-404-17170-5 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (Kalter Grund | Buch (luebbe.de)).

„Küstenmorde“

Nina Ohland; Band 1 der Reihe um Hauptkommissar John Benthien

„Herbst auf der Nordsee Insel Amrum. In einer stürmischen Nacht stirbt ein alter Mann, kopfüber aufgehängt am Quermarkenfeuer, dem kleinen Inselleuchtturm. Auch seine Frau wird brutal ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen übernimmt Hauptkommissar John Benthien von der Flensburger Kripo. Benthien hat in seiner Dienstzeit schon viele grausame Fälle bearbeitet, doch dieser übertrifft alle. Wer steckt hinter dem Doppelmord? War es ein Racheakt? Der Kommissar und sein Team tappen im Dunklen – bis sie auf zwei Ereignisse stoßen, die weit in der Vergangenheit liegen.“

John Benthien und seine Kollegen werden zu einem grausamen Mord gerufen. Während der Ermittlungen wird auch die Ehefrau des Ermordeten tot aufgefunden. Doch was ist das Motiv des Täters? Wer ist der Täter? Das Ehepaar hat sehr zurückgezogen gelebt und hatte kaum soziale Kontakte und doch muss das Ehepaar seinen Mörder (oder die Mörder?) gekannt haben. Die Indizien sprechen für eine Beziehungstat.

Mir hat das Buch gut gefallen. Anfangs war es ein wenig verwirrend, da in einzelnen Absätzen Geschehnisse aus Sichtweise von Personen erzählt wurden, die zunächst in keinem Zusammenhang mit den Morden standen. Es ist zwar erkennbar, dass diese Einblicke eine Rolle spielen könnten, aber welche das ist, erfährt man erst sehr spät im Verlauf der Geschichte. Allerdings sollte man beachten, dass man diesen Krimi nicht lesen sollte, wenn man schlecht mit dem Thema seelischer Misshandlung bei Kindern zurechtkommt. Gut gefallen hat mir dagegen der Anfang, da man zunächst aus der Sicht einer Person, die in der Handlung eine große Rolle spielt, einen Handlungsstrang erzählt bekommt. Es war angenehm, die ermittelnden Kommissare zu begleiten, da diese in ihrem Handeln nicht übertrieben oder seltsam wirkten. Man konnte sie bei ihren Schlüssen sehr gut begleiten und war ihnen auch durch Einblicke in den persönlichen Alltag nah. Teilweise war es jedoch auch so, dass es viel zu viele Kommissare gab, sodass ich an einigen Stellen etwas verwirrt war, wer derjenige noch einmal war. Zusammenfassend war „Küstenmorde“ ein Krimi, der mich gut unterhalten hat und bei dem ich bis kurz vor dem Ende keine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte. Deshalb gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

„Küstenmorde“ ist der erste Band der Nordseekrimi Reihe um Kommissar John Benthien von Nina Ohland und erschien am 13.03.2014 im Lübbe Verlag. Das Buch hat 511 Seiten, kostet 11 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-404-16950-4 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (Küstenmorde | Buch (luebbe.de)). Ich habe das Buch als E-Book.

„Cryptos“

von Ursula Poznanski

„Wohin gehen wir, wenn wir nirgendwo mehr hinkönnen?

Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: Ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn es an ihrem Arbeitsplatz mal wieder so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.

Jana ist Weltendesignerin. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Doch dann passiert ausgerechnet in Kerrybrook, der friedlichsten Welt von allen, ein Verbrechen. Und Jana ist gezwungen zu handeln …

Extrem spannend – beklemmend aktuell

Die Erde wie wir sie kennen, existiert so nicht mehr. Überall verbrannte Erde und es ist so heiß, dass man kaum mehr außerhalb von Gebäuden leben kann. Darum hat sich die Menschheit Welten designt, die der vergangenen Realität ziemlich genau entsprechen. Die Bevölkerung reist über Kapseln in diese virtuellen Realitäten. Nur die Designer verbringen den größten Teil ihres Lebens in der trostlosen realen Welt und gestalten an Computern Designwelten. Jana ist eine Designerin und erst frisch im Team. Doch plötzlich passiert etwas Grausames in einer ihrer Welten, in Kerrybrook, und sie ist gezwungen zu handeln. Sie muss herausfinden was passiert, denn es scheint, dass nur ihre Welten betroffen sind. Dabei begibt sie sich nichtsahnend selbst in Lebensgefahr…

Dieses Buch war unglaublich spannend. Bis zur Hälfte des Buches habe ich mich auf eine Dystopie eingestellt, in welcher die Elemente eines Kriminalromans überwiegen. Doch dann bekam das Buch eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Superspannend und absolut überzeugend. Nicht nur weil es die aktuelle Problematik des Klimawandels behandelt, sondern auch weil der voranschreitenden Digitalisierung eine hohe Bedeutung zu kommt. Mit Jana haben wir zwar eine Protagonistin, die sich sehr gut mit Teilbereichen der Informatik auskennt, dadurch dem „Durchschnittsmenschen“ jedoch nicht sehr fern wirkt. Ihre Emotionen sind zwar weniger stark ausgeprägt, dafür jedoch ihre Neugierde und ihr Drang nach Informationen. Dies ist meiner Meinung nach für das Buch auch wesentlich wichtiger. Seinen Emotionen kann man auch nach dem Sammeln von äußerst wichtigen Informationen noch freien Lauf lassen… Was der Titel mit dem Buch zu tun hat erfährt man erst später im Buch. Ich empfehle „Cryptos“ an alle, denen in einem spannenden Buch die richtige Mischung an kriminalistischen und romantischen Elementen sowie (was bei einer Dystopie nicht fehlen darf) beklemmenden Gefühlen wichtig ist (Es gab kleine romantische Teile, die aber nicht gestört haben). „Cryptos“ ist sicherlich auch für Fans von Informatik. Das Buch hat bei mir vieles ausgelöst. Ich war nicht nur schockiert, sondern auch in gewisser Weise beruhigt und froh. Warum? Einerseits sind das ein Teil meiner Gefühle während des Lesens gewesen, andererseits versteht ihr es, wenn ihr selbst das Buch gelesen habt. Ich kann es nur empfehlen und gebe „Cryptos“ 5 von 5 Sternen.

„Cryptos“ ist von Ursula Poznanski geschrieben und erschien 2020 im Loewe Verlag. Du kannst es unter der ISBN 978-3-7432-0050-0 finden. Das Buch kostet 19,95 € und hat 444 Seiten.

„Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“

von Alan Bradley; Band 1

„Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht eine Leiche im Garten entdeckt – ausgerechnet im Gurkenbeet! Jeder hält ihren Vater für den Mörder, denn Colonel de Luce hat sich noch tags zuvor mit dem Verblichenen gestritten. Nur ein einziger Mensch glaubt an die Unschuld des Colonels – seine naseweise Tochter Flavia. Schließlich ist der Ermordete vergiftet worden, und ganz im Gegensatz zu Flavia, die eine begnadete Giftmischerin ist, hat ihr Vater nie Interesse an der Chemie des Todes gezeigt. Also fragt Flavia in vermeintlich kindlicher Unschuld sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist…

„Mord im Gurkenbeet ist ein entzückender Krimi für alle Altersgruppen, gewürzt mit jeder Menge britischem Humor“

Hamburger Morgenpost

Flavia de Luce, 11 Jahre alt lebt mit ihren älteren Schwester Ophelia (Feely) und Daphne (Daffy), ihrem Vater und dem der Familie treuen Diener Dogger auf Buckshaw. Eines Morgens entdeckt sie die Leiche eines unbekannten Mannes im Gurkenbeet des Gartens. Der Mann haucht ihr „Vale“ zu und ist schließlich tot. Flavia ist fasziniert und beginnt direkt mit den Ermittlungen. Dabei begibt sie sich doch selbst in große Gefahr.

Dieses Buch war großartig. Flavia als unsere Protagonistin hat mich echt fasziniert. In ihrem jungen Alter hat sie ein größeres Wissen über Chemie, als man es selbst zu diesem Zeitpunkt vermutlich hat. Auch wenn dies im ersten Moment erst einmal seltsam ist, wächst sie einem dennoch ans Herz. Der Mord und die daraus folgenden Ermittlungen stehen zwar im Mittelpunkt, werden jedoch auf eine humorvolle Art und Weise von Flavias alltäglichen Erlebnissen und Anekdoten zu ihren Familienmitgliedern eingebettet. „Mord im Gurkenbeet“ ist ein Kriminalroman, der sich jedoch sehr von den „gewöhnlichen“ Krimis unterscheidet. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich in Krimis bisher noch nicht sehr wohlgefühlt hat oder nach einem weniger blutigen Krimi sucht. Wie anfangs schon gesagt, hat mir das Buch sehr gut gefallen, weswegen es 5 von 5 Sternen von mir bekommt.

„Mord im Gurkenbeet“ ist der erste Band der Flavia de Luce Reihe von Alan Bradley und wurde erstmals (auf Englisch) 2009 bei der orion publishing group veröffentlicht. Inzwischen zählt die Reihe zehn Bände und einen kurzen Zusatz Roman. Mein Buch ist im Oktober 2010 im blanvalet Verlag erschienen. Es kostet 10,99 € und hat 379 Seiten (Taschenbuch). Du findest das Buch unter der ISBN 978-3-442-37624-7.

„Die Kinder der Sonne“

von Bernhard von Muecklich, Band 1

„Man schreibt das Jahr 1400 vor Christus. Tarkon, der älteste Sohn einer angesehenen Familie, die mit Bernstein handelt, begibt sich auf eine gefährliche Reise in das Land der Pharaonen. Bernstein, auch das Gold der Ostsee genannt, wird zu jener Zeit im Mittelmeerraum mit Gold aufgewogen. Doch Tarkon hat noch ein anderes Ziel: Er will seinen als verschollen geltenden Vater suchen…“

Während seiner Initiation auf der heiligen Insel, erscheint Tarkon sein Geistbruder. Nachdem dann auch noch seine Freundin brutal ermordet wurde, entschließt er sich doch dazu, sich auf die lange und gefährliche Reise in den Süden zu machen. Dabei findet er nicht nur neue Freunde, sondern lernt auch eine neue Kultur kennen. Am Hofe des Pharaos wird er dann mit seinen Freunden Zeuge eines Komplotts gegen den neuen Pharao. Was der Mord, sein Geistbruder und das Komplott miteinander zu tun haben, müsst ihr selbst herausfinden. 😉

Das Buch spielt zur Zeit der Pharaonen, als die Völker aus dem Norden mit Bernstein handelten. In diesem Roman finden sich nicht nur historische Fakten, sondern auch kriminalistische Elemente. Mir hat es sehr gut gefallen, wie diese Elemente in dem Buch umgesetzt wurden. Obwohl es eine Menge an historischen Fakten gab, habe ich mich beim Lesen dennoch nicht überfordert gefühlt. Der Kriminalfall trug zu einer sehr guten Spannung während dem Lesen bei. Um es kurz zu fassen: Spannung und Wissenswertes gut aufeinander abgestimmt. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.

„Die Kinder der Sonne“ ist der erste Band der vierteiligen Bernstein-Saga von Bernhard von Muecklich. Es erschien 2001 im Bastei Lübbe Verlag. Ich habe das Buch als E-Book. Du findest es unter der ISBN 978-3404145706.

„Mein Freund Tutenchamun Band 2: Grabräuber“

aus „Junger Pharao: drei Romane um Echnaton und Tutenchamun“

von Alfred Bekker; Band 2

„Die Abenteuer des zehnjährigen Herkos am Hof des jungen Pharao Tutenchamun“

Herkos und Tutenchamun sind Freunde, wenn auch zwei ungleiche Freunde. Tutenchamun ist Pharao der Ägypter und Herkos, Prinz eines kretischen Königs, eine Geisel im Palast. Herkos reist mit Tutenchamun in die Totenstadt, um an der Beisetzungszeremonie des kürzlich verstorbenen Wesirs der Stadt teilzunehmen. Beim Spazieren gehen in der Stadt bemerkt Herkos einen Stand, an dem Gegenstände verkauft werden, die denen aus der Grabkammer gleichen. Waren hier Grabräuber am Werk? Herkos und Tutenchamun begeben sich auf der Suche nach der Lösung in große Gefahr.

Mir hat das Buch von der Idee her gut gefallen. Das Buch spielt, wie „Im Schatten des Sonnengottes“ und „Mein Freund Tutenchamun Band 1: Falsche Mumien“ in Ägypten zu der Zeit um Echnaton und Tutenchamun. „Grabräuber“ ist das dritte Buch aus dem Sammelband. Auch in diesem Buch bekommt man Informationen zu der ägyptischen Glaubenswelt und den Bräuchen. Wenn man diesen Band im Anschluss an die beiden vorhergehenden Bücher liest, erhält man dieselben Informationen nun schon zum dritten Mal. Das kann nervig sein, weshalb ich empfehle, die Bücher mit großem Abstand zu den anderen zu lesen. Ansonsten hat mir die Geschichte von ihrer Idee her gut gefallen, auch wenn ich sie für ziemlich kurz und zusammenfassend empfunden habe. Beim Lesen hat es sich für mich angefühlt, als würde ich eine knappe Zusammenfassung eines eigentlich ausgeschmückten Kriminalromans mit historischen Hintergründen lesen. Ich gebe diesem Buch 3 von 5 Sternen, da es sich gut für zwischendurch eignet, man es aber nicht unbedingt in direktem Zusammenhang mit den anderen beiden Büchern lesen sollte.

„Mein Freund Tutenchamun Band 2: Grabräuber“ ist zusammen mit „Im Schatten des Sonnengottes“ und „Mein Freund Tutenchamun Band 1: Falsche Mumien“ in „Junger Pharao: drei Romane um Echnaton und Tutenchamun“ von Alfred Bekker 2017 als Self Publisher (CassiopeiaPress) erschienen. Du kannst das Buch unter der ISBN 978-1520361079 finden.