„Silber – das erste Buch der Träume“

von Kerstin Gier; Band 1

„Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.

Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.

Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen…“

Durch Zufall findet sich Liv Silber in einem langen Korridor mit vielen Türen wieder und trifft dort zufällig auf Grayson, ihren zukünftigen Stiefbruder, dem sie durch eine Tür auf einen Friedhof folgt. Das seltsame ist, sie weiß, dass sie nur träumt und doch scheint alles um sie herum so real. Als sie auf dem Friedhof dann auch noch auf Freunde von Grayson trifft und diese am nächsten Tag in der Schule Dinge über sie wissen, die sie nur im Traum gesagt hat, findet sie das, was vergangene Nacht passiert ist, sehr merkwürdig. Da Liv Rätsel liebt, beschließt sie, herauszufinden, was es mit diesen real wirkenden Träumen und dem Korridor voll Türen auf sich hat.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Kerstin Gier schreibt sehr humorvoll und verleiht ihren Charakteren so die notwendige Menge an Sympathie. Die Grundidee mit den Träumen hat mich sehr gefesselt und ich bin genauso neugierig wie Liv, herauszufinden, wie das alles funktioniert. Ich habe die Protagonistin Liv von Anfang an in mein Herz geschlossen. Ihr Humor und ihre selbstbewusste Art haben mir gut gefallen. Obwohl die vier Jungs, die eine große Rolle in dem Buch spielen, sehr sympathisch beschrieben wurden, haben mich nicht alle von ihnen überzeugt, charakterlich wirklich so zu sein, wie sie beschrieben werden. Welche ich meine, verrate ich an dieser Stelle jedoch nicht 😉 vielleicht findest du ja selbst heraus, wen ich meine. Der „Tittle Tattle Blog“, der den Klatsch der Schule zusammenfasst, war sehr amüsant und hat zu einer locker leichten Lesestimmung beigetragen. Die kleine Liebesstory, die sich im Verlauf des Buches entwickelt, war gut integriert, ein wenig zügig voranschreitend und an manchen Stellen auch sehr offensichtlich gestaltet, was mich persönlich jedoch nicht sehr gestört hat. Ich bin gespannt, was Liv in den nächsten Bänden noch so alles erleben wird, ob sie herausfindet, was es mit den realitätsnahen Träumen auf sich hat, und ob das Geheimnis gelüftet wird, wer sich hinter dem Pseudonym Secrecy, der oder dem Autor/in des „Tittle Tattle Blogs“, verbirgt. Ich gebe dem Buch 4,5 von 5 Sternen.

„Silber – das erste Buch der Träume“ von Kerstin Gier ist der erste Band der „Silber“-Trilogie. Es hat ca. 411 Seiten, ist aus dem FJB Verlag und du kannst es unter der ISBN 978-3-8414-4008-2 finden.