„Layers“

von Ursula Poznanski

„Kannst du deinen Augen trauen? Die Wahrheit ist vielschichtig.“

„Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich ganz gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nicht erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo dieser neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält – das ist Dorians Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt er recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke. Als Dorian ein solches Päckchen nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.“

Dorian ist froh in der Villa aufgenommen zu werden. Vor allem wieder Unterricht zu haben, freut ihn sehr. Trotzdem ist sein Leben dort nicht das gewöhnlichste. Schließlich muss er draußen in der Stadt diverse Aufträge und Aufgaben übernehmen, bis es plötzlich zu einer Schicksalhaften Wendung kommt und Dorian auf der Flucht vor jemandem ist, wegen etwas, dass er gar nicht versteht. Nach und nach kann er die Puzzleteile zusammensetzen und deckt die Wahrheit auf.

Zuerst muss ich sagen, dass mir das Buch, wie alle Ursula Poznanski Bücher, sehr gut gefallen hat. Es wurde eine Thematik behandelt, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Allein die Vorstellung, dass es das, was thematisiert wurde, vielleicht in unserer Welt, in unserer unmittelbaren Umgebung, schon gibt, hat mich doch sehr beängstigt. Ich will gar nicht sagen, um was es geht, weil ich sonst die ganze Spannung vorwegnehmen würde. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, ich wäre der Auflösung auf der Spur, was sich dann jedoch als Fehler rausgestellt hat. Es kam alles ganz anders als erwartet. Ursula Poznanski hat gekonnt mit den Plots gespielt und für mich waren sie immer an der richtigen Stelle. Ich war völlig überrascht und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der große Plot Twist am Ende, der für eine unglaubliche Spannung gesorgt hat, ist hat mich komplett überrumpelt. Mit einer solchen Auflösung habe ich absolut nicht gerechnet. Ich mochte außerdem wieder die kleine Liebesgeschichte, die sich durch die Geschichte gezogen hat, aber nicht zentrales Ereignis war. Stella und Dorians Beziehung hat sich relativ schnell entwickelt, aber doch so, dass es nicht sehr abwegig war. Die Entwicklung passte gut zu den Charakteren. Die Geschichte hat mir gezeigt, dass man aufpassen sollte, wem man vertraut, und dass man nicht alles glauben sollte, was man liest/hört/sieht. Ich habe es so genossen in die Geschichte einzutauchen und der Realität für ein paar Stunden entfliehen zu können. Der Titel passt sehr gut zum Inhalt des Buches oder umgekehrt? Jedenfalls passt beides perfekt zusammen. Der Schreibstil ist locker und an die Zielgruppe der Jugendlichen angepasst und dennoch baut Ursula Poznanski gekonnt Spannung auf. Die Geschichte spielt in einer Stadt und Umgebung, die nicht genau benannt wird. Es ist immer nur von „der Stadt“ die Rede. Durch die vielen detaillierten Beschreibungen der Stadt, hat sich in meinem Kopf ein Stadtplan entwickelt. Ob dieser eine große Übereinstimmung mit dem von Ursula Poznanski hat, weiß ich nicht, denn es gibt im Buch keine Karte. Was ich jedoch nicht ganz so dramatisch finde. Immerhin bin ich beim Lesen mit dem Stadtplan in meinem Kopf gut zurechtgekommen. Mit Layers habe ich ein paar angenehme, spannende und aufregende Lesestunden verbracht, die mir auch noch Tage danach im Kopf geblieben sind. Vor allem die Thematik hat mich, wie bereits gesagt, nicht mehr losgelassen. Vertrauen ist eine wichtige Fähigkeit, aber Vertrauen kann auch sehr schnell zerstört werden. Bis man Vertrauen aufgebaut hat, kann es lange dauern. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dennoch kann ich sagen, dass man lernen kann, wieder zu vertrauen. ❤️ Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sterne.

„Layers“ von Ursula Poznanski erschien 2015 im Loewe Verlag. Es kostet 14,95€ [D], hat 445 Seiten und du kannst es unter der ISBN 978-3-7855-8230-5 finden (Klappenbroschur).

„Vorhang auf für eine Leiche“

von Alan Bradley; Band 4 der „Flavia de Luce“-Reihe

„Klappe die vierte – ein filmreifer Mordfall für Flavia de Luce“

„für die notorisch klamme Familie de Luce tut sich eine unverhoffte Geldquelle auf: Eine Filmcrew will ihr Herrenhaus für Dreharbeiten nutzen. Die Schaulustigen strömen nach Buckshaw, um den Star des Ensembles zu sehen, die berühmte Diva Phyllis Wyvern. Doch dann geschieht das Unfassbare: Eine Leiche wird gefunden – erdrosselt mit einem Filmstreifen. Zu allem Überfluss ist Buckshaw durch einen tosenden Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Der findigen Hobby-Detektivin Flavia ist klar: Der Täter muss sich unter den Gästen befinden…“

Flavia de Luce ist nicht gerade begeistert, dass auf Buckshaw ein Film gedreht werden soll. Da dies allerdings die einzige Geldquelle der de Luce sein könnte und es eh schon beschlossene Sache ist, gibt sich Flavia dem Schicksal hin. Während sie interessiert der Filmcrew zuschaut und einige Darsteller in Gespräche verwickeln kann, plant sie, da Weihnachten vor der Tür steht, dem Weihnachtsmann eine Falle zustellen, um seine Existenz zu überprüfen. Ein Glück, ist Chemie ihre Lieblingswissenschaft. Durch den plötzlichen Leichenfund, ist außerdem Flavias Spürnase gefragt, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Flavia de Luce fühlt sich für mich immer wie nach Hause kommen an. Obwohl es in den Büchern immer einen Mordfall gibt, den es aufzuklären gilt, ist es ein wunderbares Gefühl mit Flavia durch die alten Gänge Buckshaws zu laufen. Die elfjährige ist ein sehr außergewöhnlicher Charakter. Sie liebt Chemie, vor allem hat sie eine Vorliebe für Gifte, sie steckt ihre Nase in allerlei fremde Angelegenheiten und weiß mehr, als den meisten lieb ist. Sie ist frech und hat unglaublich viel Humor, auf der anderen Seite ist sie ab und zu auch sehr philosophisch. Diese ganzen Eigenschaften scheinen nicht recht zu einer Elfjährigen zu passen, was aber das Besondere an diesen Büchern ist. In ihrer kindlichen Unschuld führt sie die Erwachsenen ganz schön an der Nase rum. Kurz gesagt, Flavia muss man einfach lieben. Das Setting ist in diesem vierten Band weihnachtlich-winterlich. So viel Schnee wie beschrieben wurde, wünsche ich mir auch mal… Auch die Idee, eine Filmcrew nach Buckshaw kommen zu lassen, habe ich sehr interessant empfunden. In der Geschichte wird bis circa zur Hälfte des Buches das Setting beschrieben und der durcheinander gewirbelte Alltag, den die Filmcrew verursacht hat, was aber weder langweilig war noch sich in die Länge gezogen hat. Jeder neue Charakter war einzigartig und die Altbekannten sind so geblieben, wie man sie in Erinnerung hat. Ab der zweiten Hälfte wurde es dann schon spannender und am Ende wurde es sogar noch richtig gefährlich für Flavia. Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen. Flavia de Luce ist und bleibt einfach eine Herzensreihe mit Wohlfühlcharakter. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen lockeren Kriminalroman mit einer etwas anderen Protagonistin lesen möchte. Ich gebe 4 von 5 Sterne.

„Vorhang auf für eine Leiche“ ist der vierte Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Das Buch erschien 2012 im Panhaligon Verlag (meine Ausgabe ist von 2013 und im Blanvalet Verlag erschienen). Es hat 308 Seiten, kostet 10,99 € [D] und du findest es unter der ISBN 978-3-442-37901-9. Die Angaben entnehme ich meiner Taschenbuchausgabe.

„Die Hornisse“

von Marc Raabe; Band 3 der „Ein Fall für Tom Babylon“-Reihe

“ „I love you all“, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen mysteriösen Umschlag. Am nächsten Abend wird Galloways ausgeblutete Leiche ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei gefunden. LKA-Ermittler Tom Babylon wird zum Tatort gerufen und fahndet gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns nach der unbekannten Frau. Die Spur führt dreißig Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindsentführung mit dem Decknamen „Hornisse“ – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache. Und das kann Tom Babylon alles kostet, was er liebt.“

Die Leiche Brad Galloways wird verstümmelt gefunden. Die kryptische Nachricht auf seiner nackten Brust „Was zählt das Leben deiner Lieben“ können der Kriminalhauptkommissar Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns noch nicht so richtig deuten. Die Rekonstruktion der letzten Lebensstunden des Toten beginnt und dabei stoßen die Ermittler auf ein Detail, welches das Privatleben Tom Babylons und die zukünftige Ermittlungsarbeit komplett verändert. Tom ist plötzlich Verdächtig und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter. Dabei gerät er jedoch in große tödliche Gefahr.

Wow. Das Buch beginnt aus Sicht der unbekannten Frau und aus der Sicht des Täters. Anschließend folgt der erste Zeitsprung in das Jahr 1989, welche es im Buch, wie bereits in den ersten Bänden, noch öfter geben wird. Das Buch erzählt zwei Ereignisse parallel. Vergangenheit und Gegenwart. Beide Zeitebenen sind miteinander verknüpft. Inwiefern erfährt man erst nach und nach. Der eigentliche Fall, also das Geschehen in der Gegenwart, baut schnell an Handlung auf. Die Geschichte aus der Vergangenheit, die von Toms Mutter erzählt wird, ist so verwirrend wie ergreifend, da die Emotionen der Mutter sehr gut transportiert wurden. Die Verwirrung meinerseits kommt daher, dass ich erst einmal verstehen musste, was ihr eigentlich passiert. Die Verknüpfung zwischen Klappentext, Vergangenheit und Gegenwart sowie Titel des Buches war manchmal einfacher manchmal schwerer. Denn die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen wurde erst gegen Ende des Buches deutlich. Zwischendurch hatte ich zwar hin und wieder das Gefühl, ich hätte den großen Plot erraten, was sich dann aber als Irrtum herausgestellt hat und ich weiterrätseln musste. Die Geschichte hat nach und nach ein Gesamtbild aufgebaut, welches mit der Grundidee stimmig ist und perfekt ausgearbeitet wurde. Ich hatte nie das Gefühl, dass einzelne Handlungselemente nicht zusammenpassen oder das etwas fehlt. Da vor allem Toms Privatleben im Vordergrund stand, gab es dementsprechend viele Szenen, in denen sein kleiner Sohn Phil eine große Rolle gespielt hat. Tom ist noch mehr überfordert, seinen Beruf mit seinem Privatleben in Verbindung zu bringen. Ich will nicht zu viel verraten, aber einige der Stellen haben mir wirklich Herzschmerz bereitet, weil ich die Grausamkeit gegenüber dem kleinen Phil so schlimm fand. Ich war wirklich geschockt. Gleichzeitig hat Phil kindliche Unbeholfenheit und Unschuld diesen Szenen auch ein wenig Humor mitgegeben, sodass ich bei dem ein oder anderen Satz auch ein wenig schmunzeln musste. Der Kleine ist einfach niedlich und verdammt tapfer. Aus den beiden vorherigen Bänden, kennt man Toms Suche nach seiner Schwester Viola. Diese Suche war dieses Mal kein bedeutender Teil der Geschichte, hat aber gegen Ende des Buches eine neue Wendung bekommen, die hoffentlich noch aufgelöst wird. Ein neuer Band ist für das Frühjahr 2022 geplant… Ich will wissen, wie es weitergeht. Neben dem Inhalt gibt es ja aber auch noch den Schreibstil. Der war wirklich gut. Angenehm, flüssig, die Wortwahl hat zur Spannungserzeugung beigetragen und gleichzeitig hatte ich ein Gefühl von Beklemmung. Jeder Charakter hatte seine eigenen Formulierungen und Wortwahl. Selbst die Szenen, in denen der kleine Phil etwas gesagt hat, waren niedlich geschrieben. Ein kleines Kind, das gerade erst Sprechen lernt, benutzt nicht viele Wörter und spricht schwierige Wörter auch nicht korrekt aus. Und das wurde beachtet. Durch dieses Achten auf Details und die Art des Schreibens habe ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt. Die Geschichte spielt in Berlin und Umgebung, wodurch man, wenn man nicht gerade in Berlin und Umgebung wohnt, vielleicht nicht jeden Ort der einzelnen Szenen genau kennt und weiß wie es da aussieht, aber diese wurden meiner Meinung nach gut genug beschrieben. Und wichtige Orte wie das Holocaust-Mahnmal oder das Brandenburger Tor kennt man eben. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Bei „Zimmer 19“ habe ich ja schon gesagt, dass ich mich frage, wie man da noch was obendrauf legen kann… Und ich muss sagen es geht. 😂 Krass. Meine Erwartungen werden von Buch zu Buch höhergeschraubt und können trotzdem erfüllt werden. Auch weil jedes Buch sowas eigenes hat. Wie sieht es dann wohl mit dem geplanten vierten Band aus… Und wieso gibt es für die Bewertung nur eine Skala bis 5 Sterne? Okay, meine Bewertung dürfte klar sein, oder? Ich vergebe natürlich – ich kann nicht anders – 5 von 5 Sterne.

„Die Hornisse“ von Marc Raabe ist der dritte Band der „Tom Babylon“-Reihe. Das Buch erschien im November 2020 im Ullstein Verlag. Es hat 542 Seiten, kostet 14,99 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-86493-151-2 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Paperback (siehe: Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3) – Paperback | ULLSTEIN (ullstein-buchverlage.de)).

„Zimmer 19“

von Marc Raabe; Band 2

„Zimmer 19“ ist der zweite Band einer Trilogie. Ich empfehle dir, erst den ersten Band zu lesen, auch wenn ich finde, dass der zweite Band durchaus auch eigenständig gelesen werden kann, da das Hauptthema der Geschichte keine Verbindung zum ersten Band hat.

„Mord vor laufender Kamera“

„Auf der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale wird zum Entsetzen aller ein Snuff-Film gezeigt. Das Opfer: Die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller. Tom Babylon vom LKA und Psychologin Sita Johanns ermitteln unter Hochdruck. Doch eine Gruppe von Prominenten um Keller mauert. Was hat der Bürgermeister zu verbergen? Und wer ist die Zeugin, die aussieht wie Babylons Schwester? Die Ereignisse überschlagen sich, als ein weiterer Mord passiert. Plötzlich stellt Sita Johanns fest, es gibt eine Verbindung zwischen ihr und den Opfern: Ein furchtbares Ereignis in ihrer Jugend – und die Zahl Neunzehn.“

Die Polizei und die Teilnehmer der Berlinale sind geschockt. Eine so abscheuliche Tat, die Ermordung einer Person aufgenommen und der Öffentlichkeit gezeigt, kennt man in Berlin nicht. Als Tom Babylon und sein Team die Ermittlungen aufnehmen, ergeben sich große Hürden. Nicht nur Zeugen und Opfer spielen mit verdeckten Karten, sondern auch einige hohe Tiere der Exekutive haben ihre Geheimnisse. Fest steht, die Ermittlungsarbeit ist gar nicht so einfach. Tom Babylon beginnt neben den offiziellen Ermittlungen auch geheime und bringt sich und Sita nicht nur in eine Gefahr. Während sie die Spur eines kaltblütigen Mörders verfolgen, müssen sie sich immer fragen, wem sie vertrauen können.

Wow. Krass. Ich bin einfach nur sprachlos. Mir hat der erste Band „Schlüssel 17“ schon gut gefallen. Aber das Buch hat das noch einmal getoppt. Wo bleibt da noch Platz für eine Steigerung im nächsten Band? Ich bin gespannt. Ich bin vor allem fasziniert davon, wie geschickt Marc Raabe die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft hat. Wie die Ursache des Falles in der Gegenwart in der Vergangenheit liegt. Wie sich Sitas Vergangenheit, die in diesem Band näher beleuchtet wird, mit der Vergangenheit von Tom aus dem ersten Band ergänzt. Auf welche Weise man den Charakter von Sita kennenlernt, obwohl man glaubt sie schon zu kennen. Wie unglaublich gut ihre Erlebnisse der Vergangenheit ausgearbeitet sind, dass sie die Sita darstellen, die man in Band eins kennengelernt hat, und die man in Band zwei auf ihrer persönlichen Entwicklung begleitet. Aber nicht nur die Ausarbeitung der Charaktere und deren Stimmigkeit hat mich fasziniert. Beindruckt bin ich auch von der Grundidee des Buches. Da kann ich leider, leider nicht viel zu sagen, da es sonst den größten Teil der Geschichte spoilern würde. Nur so viel: Die Wendungen und Verknüpfungen haben mich immer wieder überrascht. DDR-Zeit und Gegenwart werden verbunden und bilden so einen unglaublichen Handlungsspielraum, in dem so viele Ereignisse passieren. Wie auch schon in Band 1 wird die Bedeutung des Titel erklärt, aber ganz am Ende. Lies selbst! 😉 Die Geschichte nimmt erst nach und nach so richtig Spannung auf, aber ich fand es am Anfang trotzdem nicht langatmig oder nicht spannend. Mir ist es am Anfang einfach leichter gefallen, nach einem Kapitel zu unterbrechen und am nächsten Tag weiterzulesen. Dann kam eine lange spannende Stelle und danach eine kurze „Entspannung“, bis es wieder sehr spannend wurde. Gerade bei Krimis oder Thrillern muss ich aufpassen, dass ich das Buch nicht am Stück „wegsuchte“ und dadurch bis zwei Uhr nachts lese. Deshalb brauche ich solche „Entspannungs-Stellen“. Einfach um zu unterbrechen und dann wieder weiterzulesen. Der Schreibstil war angenehm und flüssig. Manchmal musste ich aufpassen, dass ich bei Kapitelanfängen weiß, aus wessen Sicht gerade erzählt wird.

„Zimmer 19“ ist der zweite Band für Tom Babylon von Marc Raabe. Das Buch erschien September 2019 im Ullstein Taschenbuchverlag, hat 519 Seiten, kostet 10,00 € [D] und du findest es unter der ISBN 978-3-548-28915-1. Diese Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (sowohl Zimmer 19 (Tom Babylon-Serie 2) – Taschenbuch | ULLSTEIN (ullstein-buchverlage.de) als auch Angaben auf Buch).

„Night School – du darfst keinem trauen“

von C. J. Daugherty; Band 1

„Berührende Liebesgeschichte – actiongeladene Spannung. Das spurlose Verschwinden ihres Bruders wirft Allie komplett aus der Bahn. Sie missachtet jede Regel und rebelliert gegen alles und jeden. Als sie schließlich auf dem Polizeirevier landet, reicht es Allies Eltern. Sie schicken ihre Tochter auf das Internat Cimmeria, an dem nicht einmal Handys erlaubt sind. Zum Glück findet Allie dort schnell eine neue Clique und wird von gleich zwei Jungen umschwärmt. Doch auf Cimmeria ereignen sich seltsame Vorfälle und plötzlich gerät Allie selbst in Lebensgefahr. Wem kann sie hier wirklich trauen?“

Alyson ist das Gegenteil eines braven gehorsamen Mädchens, sie rebelliert gegen alles und jeden. Grund dafür das Verschwinden ihres Bruders Christopher. Nach einem weiteren Vorfall, bei dem sie bei der Polizei landet, geht sie nun nach Cimmeria. Dort wird sie von vielen misstrauisch beäugt, da es nur in bestimmten Fällen mitten im Jahr Neuzugänge gibt. Doch sie findet auch schnell neue Freunde. Zu der Umstellung an einer neuen Schule zu lernen kommt noch hinzu, dass sie gleichzeitig von zwei Jungen umschwärmt wird. Für wen wird sie sich entscheiden? Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Allie findet sich in einem gefährlichen Abenteuer wieder. Welche Geheimnisse birgt Cimmeria und warum sagt niemand Allie die Wahrheit?

Allie war mir als Protagonistin sehr sympathisch, weil ich ihre Ängste und ihren Wissensdurst sehr gut nachempfinden konnte. Auch ihre leichte Überforderung mit der Aufmerksamkeit von zwei Typen klarzukommen und sich zwischen den beiden entscheiden zu müssen, fand ich überzeugend beschrieben. Außerdem fand ich es spannend mit Allie zusammen herauszufinden, was an der Schule wirklich los ist. Warum ihr so viel verschwiegen wird und was es mit den brutalen Ereignissen auf sich hat. Die Mischung aus Action und Romantik hat mir gut gefallen. Durch den flüssigen und leichten Schreibstil bin ich gut durch das Buch gekommen und habe mich sehr wohlgefühlt beim Lesen. Carter, einer der beiden Jungen, die Allie umschwärmen, war mir durch seine geheimnistuerische und sein zurückhaltendes Verhalten sympathisch. Seine Neckereien Allie gegenüber habe ich nicht als lästig oder nervig empfunden. Im Gegenteil. Dadurch, dass Allie sich dagegen behaupten konnte und ihm Konter geben konnte, fand ich es spannend, die Beziehung, die sich zwischen beiden aufbaute zu verfolgen. Sylvain, Carters „Gegner“ war mir dagegen ziemlich unsympathisch. Er war mir zu aufdringlich, weshalb ich Allies Entscheidungen, die irgendwas mit Sylvain zu tun hatten, ab und an nicht nachvollziehen konnte, was sich im Verlauf des Buches jedoch drastisch geändert hat. Warum? Das musst du selbst herausfinden. Eine Warnung möchte ich jedoch aussprechen: Wie man vielleicht schon zwischen den Zeilen lesen konnte, gibt es in dem Buch eine Dreiecksbeziehung. Manche mögen es, manche nicht, deshalb der Hinweis. Die Beschreibung der Freundschaft zwischen Allie und ein paar anderen Schülern auf dem Internat fand ich gut beschrieben. Einiges kennt man eventuell von sich selbst. Ich bin gespannt auf die folgenden Bücher, denn dieses Buch hat ein offenes Ende. Keinen Cliffhanger, aber ein offenes Ende. Ich finde Internats- oder Akademie-Geschichten immer spannend, weshalb ich unter anderem auch dieses Buch lesen wollte. Ich fand es sehr spannend, wie das Internatsgebäude und das dazugehörige Gelände beschrieben wurde. Ich konnte es mir bildlich sehr gut vorstellen, vielleicht auch deshalb, weil ich schon mal in England war und die wunderschöne Landschaft bewundern konnte, und habe den mystischen Flair beim Lesen empfinden können. Ich finde es hilft immer sehr stark, wenn man in dem Land oder der Stadt, in dem ein Buch spielt, schon einmal war. Aufgrund dessen, dass man alles erst kennengelernt hat und noch weitere Bände folgen, gebe ich dem Buch 4 von 5 Sterne.

„Night School – Du darfst keinem trauen“ von C. J. Daugherty ist der erste Band der „Night School“-Reihe. Am 09.01.2021 wurde die Reihe neu aufgelegt. Der erste Band in der Neuauflage heißt: „Night School 1. Du sollst keinem trauen“. Er hat 464 Seiten, kostet 18 € und hat die ISBN 978-3-7891-1452-6. Die Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (Night School 1. Du sollst keinem trauen | Verlagsgruppe Oetinger, zul. besucht 19.09.2021).

„Schlüssel 17“

von Marc Raabe; Band 1

„In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit dem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt.“

„Marc Raabe gelingt es meisterhaft, immer ganz dicht an seinen Figuren zu bleiben.“

Volker Kutscher

Tom Babylon kennt die grausam zugerichtete Tote. Der Schlüssel stellt zudem die erste feste Spur seit 19 Jahren dar, seine kleine Schwester zu finden, die damals mit einem solchen Schlüssel verschwand. Tom will in diesem Fall unbedingt ermitteln und hofft während der Ermittlungen seine Schwester lebend zu finden. Dabei gerät er jedoch selbst in Gefahr. Nicht nur er selbst und der Täter haben Geheimnisse. Auch bei der Polizei selbst scheint es jemanden zu geben, der eigene Interessen an dem Fall hat. Es beginnt eine tödliche Jagd nach dem Mörder, bevor es noch weitere Tote gibt.

Ich habe das Buch aufgrund der Empfehlung einer sehr guten Freundin gelesen. Und es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Protagonist Tom Babylon ist eigensinnig und nutzt alle Möglichkeiten, die sich ihm bieten seine Schwester zu finden. Dabei handelt er sich oftmals auch Ärger ein. Dennoch steht Tom dahinter und lässt sich nicht einschüchtern. Wenn es um seine Schwester geht, merkt man, wie schwer es ihm auch 19 Jahre später noch fällt, ihr Verschwinden zu akzeptieren. Mit seiner Kollegin der Psychologin Sita Johanns versteht er sich zu Beginn nicht so gut. Die beiden ecken gegenseitig an, bis sie beide akzeptieren, dass jeder seine Geheimnisse hat. Ab diesem Punkt basiert ihre gemeinsame Arbeit immer mehr auf gegenseitigem Vertrauen. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt unter anderem auch in der Vergangenheit. Die zwei Zeitebenen sind das Jahr 2017 und 1998 in Berlin. Schauplätze sind tatsächliche Orte in Berlin, wobei die Handlung fiktiv ist. Gegenwart und Vergangenheit sind durch den Mordfall miteinander verknüpft. Ein Verbrechen der Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart. Thematisch geht es um die DDR und die Vertuschung von bestimmten Ereignissen damals. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Für mich war es am Anfang schwierig in die verschiedenen Erzählperspektiven zu finden, nach ein paar Kapiteln hat sich das aber gelegt. Spannend fand ich die Verknüpfung zwischen dem, was in der Vergangenheit passiert ist und den Auswirkungen, die diese Ereignisse auf die Gegenwart hatten. Marc Raabe ist diese Verbindung sehr gut gelungen. Das Buch endet teils offen, teilweise ist die Story aber auch abgeschlossen. Ich bin gespannt, was mich im zweiten Band, „Zimmer 19“ erwartet. Meine Bewertung für das Buch: 4,5 von 5 Sterne.

„Schlüssel 17“ ist der Auftakt der dreiteiligen Thriller Reihe um Tom Babylon von Marc Raabe. Es erschien 2018 im Ullstein Verlag mit der ISBN 978-3-548-28913-7, hat 512 Seiten und kostet 15€.

Wenn du das Buch gelesen hast, könnte die Website des Autors, www.marcraabe.de, für dich interessant sein.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“

von Alan Bradley; Band 3

Dieser Band kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.

„Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop´s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und kaum hat sich die arme Schaustellerin vom ersten Schreck erholt, wird sie auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Geplagt von Schuldgefühlen, aber auch getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem schlimmen Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des angeblichen Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …“

„Ein echter Lesespaß für Freunde des klassischen Krimis.“

Berliner Kurier

Flavia fühlt sich schuldig, das Zelt der Wahrsagerin Fenella aus Versehen in Brand gesteckt zu haben und bietet der alten Frau ihre Hilfe an. Doch schon bald merkt Flavia, dass hinter dem Anschlag auf die alte Frau mehr stecken muss. Als sie dann auch noch eine Leiche entdeckt, ist Flavias Neugier geweckt und sie beginnt auf ihre eigene Art und Weise zu entwickeln. Währenddessen muss sie sich auch noch gegen die Quälereien ihrer beiden großen Schwestern behaupten. Gar nicht so leicht. Aber für Flavia ist dies ein Kinderspiel.

Mir hat das Buch gut gefallen. Obwohl Flavia ziemlich jung ist, überzeugt sie erneut mit ihrem Humor und ihrer frechen Spürnase, der nichts verborgen bleibt. Mit kindlicher Unschuld kann sie so manche Informationen zusammentragen, die einem Erwachsenen verborgen bleiben. Ihre Liebe für die Chemie hilft ihr oft dabei, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Täter zu entlarven. Neben ihrer detektivischen Aufklärung des Falles erlebt man Flavias Alltag in Bishop´s Lacey und mit ihrer Familie. Sie hat mit den Streichen, die ihre älteren Schwestern ihr spielen, zu kämpfen, ist aber gleichzeitig auch nicht so unschuldig, da sie sich mit eigenen Streichen rächt. Der Schreibstil ist locker und leicht, man hat sich in die Geschichte fallen lassen können, ohne sich beim Lesen sehr konzentrieren zu müssen. Ich habe mich während des Lesens sehr wohlgefühlt. Im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern hat mich dieser Fall jedoch nicht so abgeholt und mitgenommen; dies ist jedoch mein persönliches Empfinden, was nicht bedeuten muss, dass es Dir beim Lesen genauso gehen muss. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sterne.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“ ist der dritte Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Das Buch hat (inklusive Leseprobe des vierten Bandes der Reihe) 368 Seiten und kostet 10,99€. Es erschien 2012 als Taschenbuch im Blanvalet Verlag und hat die ISBN 978-3-442-37950-7.

„Engelsgrube“

von Eva Almstädt; Band 2

Dieser Band kann unabhängig gelesen werden.

„Zwei Morde in der Lübecker Altstadt stellen Pia Korittki vor ein Rätsel. In den Gassen und Gewölben der historischen Altstadt Lübecks werden zwei Menschen brutal ermordet. Die Mordwaffen, ein antikes Stilett und ein Armeerevolver, wirken wie Requisiten in einem blutig inszenierten Drama. Kommissarin Pia Korittki zieht mit ihren Ermittlungen immer weitere und gefährlichere Kreise – und merkt zu spät, dass sie sich auf ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel eingelassen hat…“

Pia Korittki beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und entdeckt dabei Zusammenhänge zwischen den zwei Morden, die bisher verborgen geblieben sind. Nach und nach gelingt es ihr, ihre Kollegen zu überzeugen. Doch noch fehlt ein entscheidendes Puzzle-Stück, um die Fälle vollständig aufzuklären.

Die Protagonistin, Polizeikommissarin Pia Korittki, ist wie im ersten Band sehr selbstbewusst in Bezug auf ihren Beruf. Sie weiß, was sie will und lässt sich nicht so leicht von ihren Ideen und Theorien abbringen. Im Privaten wirkt sie oftmals etwas unsicher. Des Weiteren bekommt der Leser Einblicke in die Polizeiarbeit sowie die Sichtweise anderer handelnder Personen. Beim Lesen fiel es mir diesmal leichter, herauszufinden, wer inwiefern in die Mordfälle verwickelt ist. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und lässt sich schnell durchlesen. Die Grundidee war sehr spannend. Allerdings empfand ich eine der Schlussfolgerungen von Pia Korittki etwas verfrüht platziert, da es im Anschluss nur noch darum ging, die wenigen kleinen noch fehlenden Puzzleteile zu finden. Daher habe ich beim Lesen das Gefühl gehabt, dass dies die Handlung etwas in die Länge zieht. Insgesamt liegt der Fokus bei diesem Krimi auf der Ermittlungsarbeit und nicht in der detailreichen Beschreibung der Tat selbst. Ich empfehle es für Leser, die eben solche Art Krimis mögen. Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen, da mir die Idee und Story selbst etwas besser gefallen hat als im ersten Band.

„Engelsgrube“ ist der zweite Band der Pia-Korittki Reihe von Eva Almstädt und erschien am 13.06.2014 bei Bastei Lübbe. Es hat 288 Seiten, kostet 11 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-404-17171-2 finden . Diese Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (Engelsgrube | Buch (luebbe.de)).

„Flavia de Luce – Mord ist kein Kinderspiel“

von Alan Bradley; Band 2

Obwohl sich die Bände der Reihe auch voneinander unabhängig lesen lassen, empfehle ich dir die Rezension des ersten Bandes, bzw. das erste Buch (Mord im Gurkenbeet) zuerst zu lesen.

„Nie zuvor hat die junge Flavia de Luce einen so aufregenden Theaterabend erlebt: Der begnadete Puppenspieler Rupert Porson schlägt das Publikum in seinen Bann, und beim furiosen Finale gibt es neben Rauch und stiebenden Funken sogar eine echte Leiche! Die Polizei tappt zunächst im Dunklen. Nur die brillante Hobbydetektivin Flavia bewahrt den Durchblick und findet heraus, dass jemand die elektrische Anlage der Bühne manipuliert hat. Und bald darauf erkennt sie, dass das ruchlose Verbrechen eng mit einem weiteren , seit mehreren Jahren ungeklärten Todesfall verwoben ist. Doch allmählich stellt sich die bange Frage, ob die neugierige Flavia ganz allein gegen den Strippenzieher in diesem mörderischen Marionettenspiel bestehen kann…“

„Skurrile Typen, lässiger Witz, Atmosphäre und tiefere Bedeutung – fertig ist der Schmöker, mit dem sich winternachmittagelang so fein kichern lässt.“

Stern

Die junge Flavia de Luce hat es mit gleich zwei Todesfällen zu tun, die es aufzuklären gilt. Ein Glück ist sie noch so jung, dass niemand Verdacht schöpft, wenn sie ungefragt und plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht, um zu ermitteln. Dabei gelangt sie zu einigen Erkenntnissen, die der Polizei verborgen bleiben. Mithilfe ihrer Vorliebe für chemische Verbindungen und ihrer Spürnase ist sie der Lösung der beiden Fälle dicht auf der Spur. Nebenbei hat sie auch noch genügend Zeit ihren nervigen großen Schwestern eins auszuwischen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl die Protagonistin Flavia noch sehr jung ist, hat sie eine Vorliebe für Gifte und die damit verbundene Chemie und auch ihr Humor passt nicht recht zu ihrem Alter. Dennoch ist es sehr angenehm zusammen mit ihr in Bishop´s Lacey und Umgebung zu ermitteln. Man lernt nicht nur die Bürger der kleinen Gemeinde kennen, sondern bekommt auch ein Bild von der Umgebung und dem Leben Flavias auf Buckshaw. Der Kriminalfall ist, wie im ersten Band auch, zentrales Motiv und doch erlebt man Flavias Alltag mit. Flavia führt ihre Ermittlungen geplant, sorgfältig, ab und zu auch ein wenig frech und mit einer großen Menge Humor aus. Gleichzeitig erfährt man aber auch viel Privates und bekommt Einblicke in ihre Gedanken, was sehr geschickt in die gesamte Ermittlungsarbeit integriert ist. Bis zu den letzten Seiten war mir nicht klar, wer denn nun der Täter ist, aber Flavia fasst all ihre Erkenntnisse zum Glück immer nochmals zusammen. Der Schreibstil ist flüssig und in sich schlüssig und der Handlungsstrang nachvollziehbar. Meiner Meinung nach eignet sich die Reihe sehr gut, für Einsteiger in die Welt der Krimis, da es nicht blutig oder brutal ist. Außerdem sorgt die Protagonistin mit ihrer kindlichen Unschuld dafür, dass man sich beim Lesen sehr wohlfühlt. Für mich ist die Flavia de Luce Reihe eine meiner liebsten Reihen, und ich kann sie wirklich jedem empfehlen. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.

„Flavia de Luce – Mord ist kein Kinderspiel“ ist der zweite Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Die englische Originalausgabe erschien 2010 bei Orion, die deutsche Erstausgabe 2010 im Panhaligon Verlag. Meine Ausgabe mit der ISBN 978-3-442-37825-8 erschien 2011 bei blanvalet, kostet 10,99€ und hat um die 350 Seiten.

„Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“

von Alan Bradley; Band 1

„Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht eine Leiche im Garten entdeckt – ausgerechnet im Gurkenbeet! Jeder hält ihren Vater für den Mörder, denn Colonel de Luce hat sich noch tags zuvor mit dem Verblichenen gestritten. Nur ein einziger Mensch glaubt an die Unschuld des Colonels – seine naseweise Tochter Flavia. Schließlich ist der Ermordete vergiftet worden, und ganz im Gegensatz zu Flavia, die eine begnadete Giftmischerin ist, hat ihr Vater nie Interesse an der Chemie des Todes gezeigt. Also fragt Flavia in vermeintlich kindlicher Unschuld sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist…

„Mord im Gurkenbeet ist ein entzückender Krimi für alle Altersgruppen, gewürzt mit jeder Menge britischem Humor“

Hamburger Morgenpost

Flavia de Luce, 11 Jahre alt lebt mit ihren älteren Schwester Ophelia (Feely) und Daphne (Daffy), ihrem Vater und dem der Familie treuen Diener Dogger auf Buckshaw. Eines Morgens entdeckt sie die Leiche eines unbekannten Mannes im Gurkenbeet des Gartens. Der Mann haucht ihr „Vale“ zu und ist schließlich tot. Flavia ist fasziniert und beginnt direkt mit den Ermittlungen. Dabei begibt sie sich doch selbst in große Gefahr.

Dieses Buch war großartig. Flavia als unsere Protagonistin hat mich echt fasziniert. In ihrem jungen Alter hat sie ein größeres Wissen über Chemie, als man es selbst zu diesem Zeitpunkt vermutlich hat. Auch wenn dies im ersten Moment erst einmal seltsam ist, wächst sie einem dennoch ans Herz. Der Mord und die daraus folgenden Ermittlungen stehen zwar im Mittelpunkt, werden jedoch auf eine humorvolle Art und Weise von Flavias alltäglichen Erlebnissen und Anekdoten zu ihren Familienmitgliedern eingebettet. „Mord im Gurkenbeet“ ist ein Kriminalroman, der sich jedoch sehr von den „gewöhnlichen“ Krimis unterscheidet. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich in Krimis bisher noch nicht sehr wohlgefühlt hat oder nach einem weniger blutigen Krimi sucht. Wie anfangs schon gesagt, hat mir das Buch sehr gut gefallen, weswegen es 5 von 5 Sternen von mir bekommt.

„Mord im Gurkenbeet“ ist der erste Band der Flavia de Luce Reihe von Alan Bradley und wurde erstmals (auf Englisch) 2009 bei der orion publishing group veröffentlicht. Inzwischen zählt die Reihe zehn Bände und einen kurzen Zusatz Roman. Mein Buch ist im Oktober 2010 im blanvalet Verlag erschienen. Es kostet 10,99 € und hat 379 Seiten (Taschenbuch). Du findest das Buch unter der ISBN 978-3-442-37624-7.