„Engelsmorgen“

von Lauren Kate; Band 2

Dies ist der zweite Band der Reihe. Wenn du dich nicht spoilern möchtest, lies bitte den ersten Band.

„Der großen Liebe begegnest du nur einmal.

Luce und Daniel haben sich bereits in ihren früheren Leben immer wieder geliebt und verloren. Jetzt scheinen sie sich endlich gefunden zu haben. Doch die Schatten der Vergangenheit sind noch nicht besiegt. Während Luce sich in einem abgelegenen Internat an der Küste versteckt, bietet Daniel den Unsterblichen die Stirn…“

Luce ist froh endlich ihre große Liebe Daniel gefunden zu haben. Doch dadurch schwebt sie in Gefahr, denn die Unsterblichen trachten nach ihrem Leben. Aus diesem Grund müssen Daniel und sie sich schon wieder voneinander trennen. Luce versteckt sich in Shorline, einer Schule in Kalifornien, wo sie versucht, mehr über ihre früheren Leben herauszufinden. Weil Daniel ihr nicht die ganze Wahrheit sagen kann, bringt sie sich bei ihrer Suche nach der Wahrheit regelmäßig selbst in Gefahr. Währenddessen tauchen bei Luce neue Gefühle auf und sie beginnt ihre Beziehung zu Daniel zu hinterfragen. Wird die Liebe der beiden am Ende stärker sein als jede Bedrohung?

Ich habe mich gefreut zurück in diese wundervolle Welt rund um die gefallenen Engel kehren zu dürfen. Der erste Band hat ja mit einem Cliffhanger geendet und man wusste fast nichts über die Welt. Von der Rückkehr in diese Welt habe ich mir, wie Luce, Antworten versprochen. Gemeinsam mit der Protagonistin macht man sich auf die Suche nach Antworten zu ihrer Vergangenheit. Gleichzeitig wird einem auch Luces Verzweiflung über die erzwungene Distanz zu Daniel nähergebracht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schmerzhaft es ist, von seinem Liebsten entfernt zu bleiben. Gleichzeitig erlebt man aber auch, wie Luce versucht, sich von diesem Schmerz abzulenken und wie sie dabei Dinge erlebt, die sie zuvor nicht wirklich kannte. Mir hat das sehr gut gefallen, vor allem wie sich Luce weiterentwickelt hat. Sie hat sich selbst noch einmal besser kennengelernt, versteht sich selbst besser und kann einige Emotionen besser einordnen. Auch ihr wachsendes Selbstbewusstsein war wundervoll zu begleiten. Im ersten Band hat sie sehr verstört und eingeschüchtert gewirkt, in diesem Buch hat sie auch einfach mal das gemacht was sie wollte. Dass sie sich selbst in Gefahr gebracht hat, kann man ihr nicht verübeln, immerhin erklärt ihr ja kaum jemand etwas. Ihr Wunsch, selbst bestimmt und frei zu handeln, was Luce dann auch umgesetzt hat, auch wenn es nicht immer die beste Idee war, fand ich gut. Sie hat ihre rebellischere Seite gezeigt. Die Welt generell wird ziemlich düster beschrieben, vielleicht auch deshalb, weil die meisten wichtigen Szenen in der Nacht gespielt haben. Das hat das Buch und die Geschichte ein wenig mysteriös, aber auch spannend gemacht. Die Welt war super beschrieben, die einzelnen Handlungsorte konnte man sich sehr gut vorstellen. Jeder Charakter, auch die Nebencharaktere, hatten etwas, was sie einzigartig gemacht hat, beziehungsweise, die sie sympathisch gemacht haben. Beispielsweise Eigenschaften, wie immer gut gelaunt sein, oder immer ein offenes Ohr haben. Das hat dazu beigetragen, dass man sich wohlgefühlt hat. Aber auch, dass Nebencharaktere aus dem ersten Band wieder aufgetaucht sind, hat das Gefühl von nach Hause kommen verstärkt, obwohl die Handlung selbst ja an einem anderen Ort gespielt hat. Das Ende hat mich ein wenig verwirrt und traurig zurückgelassen. Das Buch hat schon wieder mit einem Cliffhanger geendet und dann noch einer bei dem man sich einfach fragt, warum einem das angetan wird. 😔 Ich hoffe das der dritte Band meine Verwirrung beendet oder mich zumindest etwas glücklicher macht. Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass Luce sehr, sehr, sehr viel über ihre Liebe zu Daniel nachgedacht und erzählt hat. Das könnte den einen oder die eine möglicherweise stören, deshalb hier die Info 😅😊. Ich gebe dem zweiten Band 4 von 5 Sterne.

„Engelsmorgen“ ist der zweite Band der „Fallen“-Reihe von Lauren Kate. Das Buch erschien 2013 als Taschenbuch beim Heyne-Verlag, hat 457 Seiten, kostet 9,99 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-453-52986-1 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch aus meinem Besitz. Schau auch gerne hier vorbei: Lauren Kate: Engelsmorgen – Taschenbuch – cbj Jugendbücher (penguinrandomhouse.de).

„Die Hornisse“

von Marc Raabe; Band 3 der „Ein Fall für Tom Babylon“-Reihe

“ „I love you all“, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen mysteriösen Umschlag. Am nächsten Abend wird Galloways ausgeblutete Leiche ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei gefunden. LKA-Ermittler Tom Babylon wird zum Tatort gerufen und fahndet gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns nach der unbekannten Frau. Die Spur führt dreißig Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindsentführung mit dem Decknamen „Hornisse“ – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache. Und das kann Tom Babylon alles kostet, was er liebt.“

Die Leiche Brad Galloways wird verstümmelt gefunden. Die kryptische Nachricht auf seiner nackten Brust „Was zählt das Leben deiner Lieben“ können der Kriminalhauptkommissar Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns noch nicht so richtig deuten. Die Rekonstruktion der letzten Lebensstunden des Toten beginnt und dabei stoßen die Ermittler auf ein Detail, welches das Privatleben Tom Babylons und die zukünftige Ermittlungsarbeit komplett verändert. Tom ist plötzlich Verdächtig und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter. Dabei gerät er jedoch in große tödliche Gefahr.

Wow. Das Buch beginnt aus Sicht der unbekannten Frau und aus der Sicht des Täters. Anschließend folgt der erste Zeitsprung in das Jahr 1989, welche es im Buch, wie bereits in den ersten Bänden, noch öfter geben wird. Das Buch erzählt zwei Ereignisse parallel. Vergangenheit und Gegenwart. Beide Zeitebenen sind miteinander verknüpft. Inwiefern erfährt man erst nach und nach. Der eigentliche Fall, also das Geschehen in der Gegenwart, baut schnell an Handlung auf. Die Geschichte aus der Vergangenheit, die von Toms Mutter erzählt wird, ist so verwirrend wie ergreifend, da die Emotionen der Mutter sehr gut transportiert wurden. Die Verwirrung meinerseits kommt daher, dass ich erst einmal verstehen musste, was ihr eigentlich passiert. Die Verknüpfung zwischen Klappentext, Vergangenheit und Gegenwart sowie Titel des Buches war manchmal einfacher manchmal schwerer. Denn die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen wurde erst gegen Ende des Buches deutlich. Zwischendurch hatte ich zwar hin und wieder das Gefühl, ich hätte den großen Plot erraten, was sich dann aber als Irrtum herausgestellt hat und ich weiterrätseln musste. Die Geschichte hat nach und nach ein Gesamtbild aufgebaut, welches mit der Grundidee stimmig ist und perfekt ausgearbeitet wurde. Ich hatte nie das Gefühl, dass einzelne Handlungselemente nicht zusammenpassen oder das etwas fehlt. Da vor allem Toms Privatleben im Vordergrund stand, gab es dementsprechend viele Szenen, in denen sein kleiner Sohn Phil eine große Rolle gespielt hat. Tom ist noch mehr überfordert, seinen Beruf mit seinem Privatleben in Verbindung zu bringen. Ich will nicht zu viel verraten, aber einige der Stellen haben mir wirklich Herzschmerz bereitet, weil ich die Grausamkeit gegenüber dem kleinen Phil so schlimm fand. Ich war wirklich geschockt. Gleichzeitig hat Phil kindliche Unbeholfenheit und Unschuld diesen Szenen auch ein wenig Humor mitgegeben, sodass ich bei dem ein oder anderen Satz auch ein wenig schmunzeln musste. Der Kleine ist einfach niedlich und verdammt tapfer. Aus den beiden vorherigen Bänden, kennt man Toms Suche nach seiner Schwester Viola. Diese Suche war dieses Mal kein bedeutender Teil der Geschichte, hat aber gegen Ende des Buches eine neue Wendung bekommen, die hoffentlich noch aufgelöst wird. Ein neuer Band ist für das Frühjahr 2022 geplant… Ich will wissen, wie es weitergeht. Neben dem Inhalt gibt es ja aber auch noch den Schreibstil. Der war wirklich gut. Angenehm, flüssig, die Wortwahl hat zur Spannungserzeugung beigetragen und gleichzeitig hatte ich ein Gefühl von Beklemmung. Jeder Charakter hatte seine eigenen Formulierungen und Wortwahl. Selbst die Szenen, in denen der kleine Phil etwas gesagt hat, waren niedlich geschrieben. Ein kleines Kind, das gerade erst Sprechen lernt, benutzt nicht viele Wörter und spricht schwierige Wörter auch nicht korrekt aus. Und das wurde beachtet. Durch dieses Achten auf Details und die Art des Schreibens habe ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt. Die Geschichte spielt in Berlin und Umgebung, wodurch man, wenn man nicht gerade in Berlin und Umgebung wohnt, vielleicht nicht jeden Ort der einzelnen Szenen genau kennt und weiß wie es da aussieht, aber diese wurden meiner Meinung nach gut genug beschrieben. Und wichtige Orte wie das Holocaust-Mahnmal oder das Brandenburger Tor kennt man eben. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Bei „Zimmer 19“ habe ich ja schon gesagt, dass ich mich frage, wie man da noch was obendrauf legen kann… Und ich muss sagen es geht. 😂 Krass. Meine Erwartungen werden von Buch zu Buch höhergeschraubt und können trotzdem erfüllt werden. Auch weil jedes Buch sowas eigenes hat. Wie sieht es dann wohl mit dem geplanten vierten Band aus… Und wieso gibt es für die Bewertung nur eine Skala bis 5 Sterne? Okay, meine Bewertung dürfte klar sein, oder? Ich vergebe natürlich – ich kann nicht anders – 5 von 5 Sterne.

„Die Hornisse“ von Marc Raabe ist der dritte Band der „Tom Babylon“-Reihe. Das Buch erschien im November 2020 im Ullstein Verlag. Es hat 542 Seiten, kostet 14,99 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-86493-151-2 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Paperback (siehe: Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3) – Paperback | ULLSTEIN (ullstein-buchverlage.de)).

„Zimmer 19“

von Marc Raabe; Band 2

„Zimmer 19“ ist der zweite Band einer Trilogie. Ich empfehle dir, erst den ersten Band zu lesen, auch wenn ich finde, dass der zweite Band durchaus auch eigenständig gelesen werden kann, da das Hauptthema der Geschichte keine Verbindung zum ersten Band hat.

„Mord vor laufender Kamera“

„Auf der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale wird zum Entsetzen aller ein Snuff-Film gezeigt. Das Opfer: Die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller. Tom Babylon vom LKA und Psychologin Sita Johanns ermitteln unter Hochdruck. Doch eine Gruppe von Prominenten um Keller mauert. Was hat der Bürgermeister zu verbergen? Und wer ist die Zeugin, die aussieht wie Babylons Schwester? Die Ereignisse überschlagen sich, als ein weiterer Mord passiert. Plötzlich stellt Sita Johanns fest, es gibt eine Verbindung zwischen ihr und den Opfern: Ein furchtbares Ereignis in ihrer Jugend – und die Zahl Neunzehn.“

Die Polizei und die Teilnehmer der Berlinale sind geschockt. Eine so abscheuliche Tat, die Ermordung einer Person aufgenommen und der Öffentlichkeit gezeigt, kennt man in Berlin nicht. Als Tom Babylon und sein Team die Ermittlungen aufnehmen, ergeben sich große Hürden. Nicht nur Zeugen und Opfer spielen mit verdeckten Karten, sondern auch einige hohe Tiere der Exekutive haben ihre Geheimnisse. Fest steht, die Ermittlungsarbeit ist gar nicht so einfach. Tom Babylon beginnt neben den offiziellen Ermittlungen auch geheime und bringt sich und Sita nicht nur in eine Gefahr. Während sie die Spur eines kaltblütigen Mörders verfolgen, müssen sie sich immer fragen, wem sie vertrauen können.

Wow. Krass. Ich bin einfach nur sprachlos. Mir hat der erste Band „Schlüssel 17“ schon gut gefallen. Aber das Buch hat das noch einmal getoppt. Wo bleibt da noch Platz für eine Steigerung im nächsten Band? Ich bin gespannt. Ich bin vor allem fasziniert davon, wie geschickt Marc Raabe die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft hat. Wie die Ursache des Falles in der Gegenwart in der Vergangenheit liegt. Wie sich Sitas Vergangenheit, die in diesem Band näher beleuchtet wird, mit der Vergangenheit von Tom aus dem ersten Band ergänzt. Auf welche Weise man den Charakter von Sita kennenlernt, obwohl man glaubt sie schon zu kennen. Wie unglaublich gut ihre Erlebnisse der Vergangenheit ausgearbeitet sind, dass sie die Sita darstellen, die man in Band eins kennengelernt hat, und die man in Band zwei auf ihrer persönlichen Entwicklung begleitet. Aber nicht nur die Ausarbeitung der Charaktere und deren Stimmigkeit hat mich fasziniert. Beindruckt bin ich auch von der Grundidee des Buches. Da kann ich leider, leider nicht viel zu sagen, da es sonst den größten Teil der Geschichte spoilern würde. Nur so viel: Die Wendungen und Verknüpfungen haben mich immer wieder überrascht. DDR-Zeit und Gegenwart werden verbunden und bilden so einen unglaublichen Handlungsspielraum, in dem so viele Ereignisse passieren. Wie auch schon in Band 1 wird die Bedeutung des Titel erklärt, aber ganz am Ende. Lies selbst! 😉 Die Geschichte nimmt erst nach und nach so richtig Spannung auf, aber ich fand es am Anfang trotzdem nicht langatmig oder nicht spannend. Mir ist es am Anfang einfach leichter gefallen, nach einem Kapitel zu unterbrechen und am nächsten Tag weiterzulesen. Dann kam eine lange spannende Stelle und danach eine kurze „Entspannung“, bis es wieder sehr spannend wurde. Gerade bei Krimis oder Thrillern muss ich aufpassen, dass ich das Buch nicht am Stück „wegsuchte“ und dadurch bis zwei Uhr nachts lese. Deshalb brauche ich solche „Entspannungs-Stellen“. Einfach um zu unterbrechen und dann wieder weiterzulesen. Der Schreibstil war angenehm und flüssig. Manchmal musste ich aufpassen, dass ich bei Kapitelanfängen weiß, aus wessen Sicht gerade erzählt wird.

„Zimmer 19“ ist der zweite Band für Tom Babylon von Marc Raabe. Das Buch erschien September 2019 im Ullstein Taschenbuchverlag, hat 519 Seiten, kostet 10,00 € [D] und du findest es unter der ISBN 978-3-548-28915-1. Diese Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch (sowohl Zimmer 19 (Tom Babylon-Serie 2) – Taschenbuch | ULLSTEIN (ullstein-buchverlage.de) als auch Angaben auf Buch).

„Saeculum“

von Ursula Poznanski

„Du denkst, es ist eine harmlose Reise in die Vergangenheit, ein Spiel. Doch dann greift die Vergangenheit nach dir und gibt dich nicht mehr frei. Ist tatsächlich ein uralter Fluch wiedererwacht?“

Klappentext

„Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei diesem Liverollenspiel, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus der harmlosen Reise in die Vergangenheit wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?“

„Zum Inhalt“, Seite 2

Bastian ist Medizinstudent und hat mit dem Mittelalter nichts am Hut. Doch er lässt sich von Sandra überreden, an einem Live-Rollenspiel mitten im tiefsten Wald teilzunehmen. Schon der Beginn der Reise wird von Schatten überdeckt. Ein mysteriöser Anruf, Teilnehmer, die ihn eigentlich nicht dabeihaben wollen, und Sandra, die urplötzlich das Interesse an Bastian verliert. Doch er selbst lässt sich davon nicht unterkriegen, immerhin gibt es auch welche, die ihn wirklich zu mögen scheinen. Doch schon bald ändert sich das Live-Rollenspiel und alles wird blutiger ernst. Können die Teilnehmer mithilfe ihres Verstandes eine Lösung finden, oder ist tatsächlich ein Fluch an allem schuld. Bastian scheint der einzige zu sein der nicht an den Fluch glaubt, aber auch er beginnt langsam zu zweifeln.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Handlungsort ist zwar ein Wald, dennoch ist der Wechsel der Vegetation und des Geländes im Buch detailliert beschrieben, sodass man sich die Gegend, in der das Rollenspiel stattfindet, sehr gut vorstellen kann. Was es mit dem Titel auf sich hat, wird ziemlich am Anfang verraten. Bastian ist am Anfang sehr unsicher und wirkt nicht sehr begeistert von der Idee, fünf Tage im Wald ohne Handy und Strom zu verbringen. Doch andererseits ist dies für ihn eine gute Möglichkeit, sich für eine kurze Zeit vom Studium abzulenken. Seine anfängliche Unsicherheit, weicht nach und nach seinem wachsenden Selbstbewusstsein und seinem Glauben an eine logische Erklärung. Die Entwicklung seiner Beziehung zu den anderen Teilnehmern ist realistisch beschrieben. Immerhin lernen sich alle in der realen Welt kennen, in der man zwangsläufig miteinander reden, bzw. klarkommen muss. Neben Bastians Sicht wird noch aus der Sicht von Iris geschrieben. Sie scheint immer unterwegs zu sein, um unsichtbar zu bleiben. Vor wem sie flieht und warum, erfährt man erst im Laufe des Buches. Obwohl sie immer darauf achtgibt, quasi unsichtbar zu bleiben, merkt man ihr an, wenn sie sich sicher fühlt. Sie wird in diesen Augenblicken als „entspannt“ und „gelöst“ beschrieben. Sie wirkt unsicher, ist andererseits aber auch sehr tapfer und weiß sich zu behaupten. Die Entwicklung von Bastians und Iris Beziehung war sehr angenehm beschrieben. Denn beide haben sich gegenseitig das gegeben, was sie jeweils brauchen. Ich denke jeder kennt es, dass die Entwicklung mancher Beziehungen von Charakteren in Bücher einfach nur unglaubwürdig ist oder viel zu perfekt abläuft. In diesem Fall habe ich das nicht so empfunden. Im Gegenteil. Auf mich wirkte es sehr natürlich. Außerdem hat mir die Grundidee gut gefallen. Ist es ein Fluch oder spielt irgendjemand der Gruppe doch nur einen bösen Streich? Diese Frage hat sich durch das gesamte Buch gezogen und die Gruppe der handelnden Personen und deren Charakter war so überzeugend zusammengesetzt, dass ich mich beim Lesen auch ab und zu fragen musste, was jetzt die Antwort auf die Frage ist. Die Grundidee hat im Verlauf des Buches immer enger werdende Kreise gezogen, bis es am Ende schließlich die Auflösung gab. Zwischen der Geschichte sind auf einzelnen Seiten einzelne Dialoge aufgeführt, die ich erst verstanden habe, nachdem ich sie mir nach beenden des Buches noch einmal durchgelesen habe. Obwohl ich das Buch vor mehr als 3 Jahren schonmal gelesen habe, und ich mich eigentlich noch ganz gut an die Auflösung erinnern konnte (Ich gebe es zu, ein kleiner Teil war dann doch weg), fand ich es trotzdem beim zweiten Mal lesen genauso spannend wie beim ersten Mal. Definitiv ein Lesehighlight. Ich gebe 5 von 5 Sterne.

„Saeculum“ von Ursula Poznanski erschien 2011 im Loewe Verlag, hat 493 Seiten und kostet 9,95 €. Du findest es unter der ISBN 978-3-7855-7783-7 (TB).

„Dem Tode nah“

von Linwood Barclay

„Niemand hatte etwas mitbekommen, als unsere Nachbarn ermordet wurden.

Niemand – bis auf den 17-jährigen Derek. Er ist der einzige Zeuge des grausamen Verbrechens an der Familie seines besten Freundes. Und gerät selbst in Verdacht. Als sein Vater sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, um Derek zu entlassen, stößt er auf ein schreckliches Geheimnis in der Vergangenheit seiner Frau. Wem kann er noch trauen?“

Derek will die Chance nutzen, dass seine Nachbarn, die Familie seines besten Freundes, verreisen. Er plant die Zeit mit seiner Freundin Penny im Haus zu verbringen. Doch die Familie kommt schon kurze Zeit später wieder zurück. Während Derek noch über eine Erklärung nachdenkt, hört er Schüsse. Verängstigt bleibt er in seinem Versteck, bis er sich sicher ist, dass der oder die Täter verschwunden sind. Als er sich auf den Rückweg macht, stolpert er über die Toten. Als die Polizei zu ermitteln beginnt, verschweigt er, dass er Zeuge des Verbrechens ist.

Das Buch beginnt aus Sicht von Derek, doch der Rest der Geschichte wird aus Sicht von Dereks Vater erzählt. Obwohl der Klappentext sehr viel versprechend und spannend klingt, konnte ich beim Lesen lange Zeit die Spannung, die versprochen wurde, nicht wiederfinden, was ich sehr schade fand. Auch die Geheimnisse, die der Vater entdeckt, und Ermittlungsarbeit, die er tätigt, kamen recht spät im Buch. Für mein Empfinden ging es primär, um die Vergangenheit des Vaters, seiner Frau und die Beziehungen des Vaters von Derek zu anderen Persönlichkeiten aus der Stadt. Vor allem zum Bürgermeister und zum Unipräsidenten. Für mich war dieses Buch leider nicht so gut, da ich die Abwechslung von Spannung und Entspannung, die für einen Thriller typisch ist, vermisst habe. Noch mal zusammengefasst: Der Klappentext und der Prolog haben viel versprochen, die Geschichte selbst hat diese Erwartungen jedoch enttäuscht. Vielleicht bin ich mit dem Vater als Protagonisten nicht warm geworden, aber für mein Empfinden war dies nicht der Grund. Dennoch muss ich sagen, dass gegen Ende des Buches etwas Spannung aufkam, die ich für eine bessere Bewertung nicht für ausreichend empfinde. Ich kann diesem Buch leider nur 1,5 von 5 Sternen geben.

„Dem Tode so nah“ wurde von Linwood Barclay geschrieben und erschien 2008 im Ullstein Taschenbuch Verlag. Das Buch hat 507 Seiten, kostet 8,95€ und du kannst es unter der ISBN 978-3-548-26744-9 finden. Die Angaben beziehen sich auf das Taschenbuch und wurden der Ausgabe entnommen, die ich gelesen habe.

„Schlüssel 17“

von Marc Raabe; Band 1

„In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit dem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt.“

„Marc Raabe gelingt es meisterhaft, immer ganz dicht an seinen Figuren zu bleiben.“

Volker Kutscher

Tom Babylon kennt die grausam zugerichtete Tote. Der Schlüssel stellt zudem die erste feste Spur seit 19 Jahren dar, seine kleine Schwester zu finden, die damals mit einem solchen Schlüssel verschwand. Tom will in diesem Fall unbedingt ermitteln und hofft während der Ermittlungen seine Schwester lebend zu finden. Dabei gerät er jedoch selbst in Gefahr. Nicht nur er selbst und der Täter haben Geheimnisse. Auch bei der Polizei selbst scheint es jemanden zu geben, der eigene Interessen an dem Fall hat. Es beginnt eine tödliche Jagd nach dem Mörder, bevor es noch weitere Tote gibt.

Ich habe das Buch aufgrund der Empfehlung einer sehr guten Freundin gelesen. Und es hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Protagonist Tom Babylon ist eigensinnig und nutzt alle Möglichkeiten, die sich ihm bieten seine Schwester zu finden. Dabei handelt er sich oftmals auch Ärger ein. Dennoch steht Tom dahinter und lässt sich nicht einschüchtern. Wenn es um seine Schwester geht, merkt man, wie schwer es ihm auch 19 Jahre später noch fällt, ihr Verschwinden zu akzeptieren. Mit seiner Kollegin der Psychologin Sita Johanns versteht er sich zu Beginn nicht so gut. Die beiden ecken gegenseitig an, bis sie beide akzeptieren, dass jeder seine Geheimnisse hat. Ab diesem Punkt basiert ihre gemeinsame Arbeit immer mehr auf gegenseitigem Vertrauen. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt unter anderem auch in der Vergangenheit. Die zwei Zeitebenen sind das Jahr 2017 und 1998 in Berlin. Schauplätze sind tatsächliche Orte in Berlin, wobei die Handlung fiktiv ist. Gegenwart und Vergangenheit sind durch den Mordfall miteinander verknüpft. Ein Verbrechen der Vergangenheit reicht bis in die Gegenwart. Thematisch geht es um die DDR und die Vertuschung von bestimmten Ereignissen damals. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Für mich war es am Anfang schwierig in die verschiedenen Erzählperspektiven zu finden, nach ein paar Kapiteln hat sich das aber gelegt. Spannend fand ich die Verknüpfung zwischen dem, was in der Vergangenheit passiert ist und den Auswirkungen, die diese Ereignisse auf die Gegenwart hatten. Marc Raabe ist diese Verbindung sehr gut gelungen. Das Buch endet teils offen, teilweise ist die Story aber auch abgeschlossen. Ich bin gespannt, was mich im zweiten Band, „Zimmer 19“ erwartet. Meine Bewertung für das Buch: 4,5 von 5 Sterne.

„Schlüssel 17“ ist der Auftakt der dreiteiligen Thriller Reihe um Tom Babylon von Marc Raabe. Es erschien 2018 im Ullstein Verlag mit der ISBN 978-3-548-28913-7, hat 512 Seiten und kostet 15€.

Wenn du das Buch gelesen hast, könnte die Website des Autors, www.marcraabe.de, für dich interessant sein.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“

von Alan Bradley; Band 3

Dieser Band kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.

„Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop´s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und kaum hat sich die arme Schaustellerin vom ersten Schreck erholt, wird sie auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Geplagt von Schuldgefühlen, aber auch getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem schlimmen Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des angeblichen Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …“

„Ein echter Lesespaß für Freunde des klassischen Krimis.“

Berliner Kurier

Flavia fühlt sich schuldig, das Zelt der Wahrsagerin Fenella aus Versehen in Brand gesteckt zu haben und bietet der alten Frau ihre Hilfe an. Doch schon bald merkt Flavia, dass hinter dem Anschlag auf die alte Frau mehr stecken muss. Als sie dann auch noch eine Leiche entdeckt, ist Flavias Neugier geweckt und sie beginnt auf ihre eigene Art und Weise zu entwickeln. Währenddessen muss sie sich auch noch gegen die Quälereien ihrer beiden großen Schwestern behaupten. Gar nicht so leicht. Aber für Flavia ist dies ein Kinderspiel.

Mir hat das Buch gut gefallen. Obwohl Flavia ziemlich jung ist, überzeugt sie erneut mit ihrem Humor und ihrer frechen Spürnase, der nichts verborgen bleibt. Mit kindlicher Unschuld kann sie so manche Informationen zusammentragen, die einem Erwachsenen verborgen bleiben. Ihre Liebe für die Chemie hilft ihr oft dabei, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Täter zu entlarven. Neben ihrer detektivischen Aufklärung des Falles erlebt man Flavias Alltag in Bishop´s Lacey und mit ihrer Familie. Sie hat mit den Streichen, die ihre älteren Schwestern ihr spielen, zu kämpfen, ist aber gleichzeitig auch nicht so unschuldig, da sie sich mit eigenen Streichen rächt. Der Schreibstil ist locker und leicht, man hat sich in die Geschichte fallen lassen können, ohne sich beim Lesen sehr konzentrieren zu müssen. Ich habe mich während des Lesens sehr wohlgefühlt. Im Gegensatz zu den beiden ersten Büchern hat mich dieser Fall jedoch nicht so abgeholt und mitgenommen; dies ist jedoch mein persönliches Empfinden, was nicht bedeuten muss, dass es Dir beim Lesen genauso gehen muss. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sterne.

„Flavia de Luce – Halunken, Tod & Teufel“ ist der dritte Band der „Flavia de Luce“-Reihe von Alan Bradley. Das Buch hat (inklusive Leseprobe des vierten Bandes der Reihe) 368 Seiten und kostet 10,99€. Es erschien 2012 als Taschenbuch im Blanvalet Verlag und hat die ISBN 978-3-442-37950-7.